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Wonder Boys

Chabon, Michael: Wonder Boys. Köln 1996. Verlag Kiepenheuer & Witsch. 385 S.
Von Dirk Steinkühler Grady Tripp, der Literaturprofessor aus Michael Chabons neuem Roman »Wonder Boys«, verliert nach jahrelanger Arbeit langsam den Überblick über sein 2611 Seiten starkes Manuskript und findet partout keinen geeigneten Schluß. Zudem interessiert sich sein Lektor zwischenzeitlich viel mehr für den Debütroman eines seiner Studenten, dem verklemmten Filmliebhaber James Leer. Der glänzte bisher eher mit seiner fundierten Sachkenntnis über die Todesdaten und -arten selbstmörderischer Filmschauspieler und stürzt Tripp durch den unüberlegten Diebstahl eines Satinjäckchens, das Marilyn Monroe bei ihrer Hochzeit mit Joe DiMaggio getragen hat, in ein erkenntnisreiches Wochenende.

Chabons Qualitäten liegen eindeutig im Erzählen skurriler Lebensmomente und bemerkenswerter Randerscheinungen. Dabei offenbart er geschickt grundsätzliche Probleme heutiger Autoren: Der Druck, etwas noch Erfolgreicheres zu schreiben, die Angst der Etablierten vor jungen Talenten und die Schwierigkeiten, sich außerhalb von Traumwelten zurechtzufinden. 1970-01-01 01:00

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