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Monster aus Japan greifen an

Buttgereit, Jörg (& Freunde): Monster aus Japan greifen an – Godzilla, Gamera & Co. München 1998. Edition Belleville. 180 S.
Von Dagmar Hotze Banzai Gojira! Darauf haben die Fans des japanischen Monsterfilms lange gewartet. Die Rückkehr des berühmtesten Filmmonsters aller Zeiten: Godzilla! Das Gummimonster nimmt seine Urschrei-Therapie wieder auf (Emmerich macht`s möglich!). Die Wiege des japanischen Monsterfilms steht in Japans größter Filmproduktionsgesellschaft Toho.

Durch die Kassenerfolge der amerikanischen Billig-Monsterfilme der 50er Jahre (z. B. »Beast from 20.000 Fathoms«, »Panik in New York«, 1954), die ein Vielfaches des eingesetzten Budgets einspielen, wird Studiochef Tomojuki Tanaka hellhörig. Das ist die Geburtsstunde des »Kaiju Eiga«, was soviel wie Monsterfilm bedeutet. Als Regisseur des ersten Godzilla- Films wird Inoshiro Honda verpflichtet, der seit 1933 im japanischen Filmgeschäft zuhause ist und schon einige Male mit Akira Kurosawa gearbeitet hat. Die Toho setzt alle Hebel in Bewegung, damit Godzilla noch 1954 in die Kinos gelangt. Ihm folgen andere Monster wie Gamera, Mothra und Rhodan mit ca. 50 Filmen, wovon nur ein Bruchteil in die deutschen Kinos kommt. In Japan haben die Monster Kult-Status. Mit Godzilla schafft sich die japanische Gesellschaft nicht nur ein Riesenspaßmonster, sondern gleichzeitig einen Mythos, der den Abwurf der Atombombe über Hiroshima verklären soll.

Nun erscheint endlich ein lesenswertes Buch zu diesem stiefmütterlich behandelten Thema: Kein geringerer als Nekromantik-Regisseur Jörg Buttgereit hat sich des »Kaiju Eiga« angenommen, und dies mit einer Akribie und Liebe zum Detail, die ihresgleichen sucht. In »Monster aus Japan greifen an« trägt er mit seinen Freunden (u. a. Hans Schifferle, Ulrich von Berg) alles Wissenswerte über die Gummimonster zusammen. Jeder Monsterart ist ein Kapitel gewidmet. Hierin werden alle in Deutschland veröffentlichten Filme vorgestellt, erweitert um Filme, die hier nie zu sehen waren, für das Genre aber wichtig sind. Neben diesem Aspekt werden ebenso Anekdoten über Prokuktionsabläufe und -schwierigkeiten, Special-Effects und Plots behandelt, die keine Fragen unbeantwortet lassen. 1970-01-01 01:00

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