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Paul Fejos

Elisabeth Büttner (Hrsg.): Paul Fejos. Die Welt macht Film. Wien 2004. Filmarchiv Austria. 247 Seiten. 28,90 Euro.

In der Filmgeschichte ein Mythos

Von Franziska Nössig Paul Fejos – ein ungewöhnlich klingender Name, der übrigens 'Pahl Fäjösch' ausgesprochen wird – war Filmemacher. 1887 in Ungarn geboren, drehte er dort seine ersten Stummfilme, ging dann nach Amerika und kehrte mehrere Jahre später mit einem außerordentlichen Interesse für den Dokumentarfilm nach Europa zurück. Paul Fejos war aber auch Anthropologe, Professor und Gründer der »Wenner-Gren Foundation for Anthropological Research« in New York. Trotz dieser vielfältigen Talente ist er in Vergessenheit geraten. In der Filmgeschichte ist er ein Mythos, sagt die Herausgeberin des Buches Elisabeth Büttner.

Gesichertes Wissen zur Person Paul Fejos ist rar, und über seine Arbeit erzählen lediglich seine Filme und ganz wenige Texte von ihm selbst. Auch wenn die historische Rekonstruktion von Fejos' Biographie bei diesem Buch nicht im Vordergrund stand, wie Büttner betont, so gestalten die 16 Texte von verschiedenen Autoren doch ein sehr umfassendes, teilweise sogar äußerst detailliertes Bild dieses Mannes und seiner Filme.

Die Herausgeberin ist im Aufbau des Buches den Stationen von Fejos' Leben gefolgt und hat unterschiedliche Textsorten kombiniert. Man liest Filmkritiken von Siegfried Kracauer, kulturwissenschaftliche Beiträge und Analysen von Filmhistorikern. Auch von Paul Fejos selbst ist ein Text abgedruckt. In einem Interview erklärt er unter anderem, welche Funktion der Film für die Amerikaner seiner Meinung nach erfüllt – ein Stück amerikanische Kulturgeschichte der frühen 30er Jahre. Der Weltbürger Fejos stirbt 1963 in New York, dort, wo in den 20er Jahren seine internationale Karriere begonnen hatte. 1970-01-01 01:00

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