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Play Dürrenmatt

Bolliger, Luis / Buchmüller, Ernst: play Dürrenmatt. Ein Lese- und Bilderbuch. Zürich 1996. Diogenes Verlag. 325 S.
Von Oliver Baumgarten »Etwas Tolles ist für mich Fernsehen vor allem, weil man so gut radeln kann dazu. Vor allem bei Kinderstunden. Ich habe schon das ganze Heidi durchgeradelt auf meinem Home-Trainer.«

Dieses Zitat eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts, Friedrich Dürrenmatt, offenbart seine Haltung zu einem Medium, das immer wieder seine Dramen und Romane adaptierte. Daß das Verhältnis des 1990 verstorbenen Schweizers zu Film und Fernsehen eher zwiespältig war, zeigt auch die Tatsache, daß er zwar seine Stoffe immer wieder zur Verfilmung freigab, sich selber aber mit wenigen Ausnahmen (z.B. Es geschah am hellichten Tag oder Frank V.) weder am Drehbuch noch an der Regie beteiligte.

Einen Großteil aus dieser schier unerschöpflich scheinenden Anzahl filmischer Adaptionen und Dokumentationen über den Berner Schriftsteller wird der Fernsehsender 3sat in der äußerst löblichen Reihe »play Dürrenmatt« vom 3.10. – 2.11.1996 ausstrahlen. Begleitend zur Reihe, aber auch davon unabhängig und zur Vervollständigung seines Werkes unerläßlich, erschien in Dürrenmatts Haus- und Hofverlag ein gleichnamiges »Lese- und Bilderbuch«.

Zu den einzelnen Verfilmungen, die jeweils ein Kapitel bilden, bietet das aufwendig gemachte Buch Texte verschiedenster Blickrichtungen und Autoren, die in ihrer Gesamtheit ein vielschichtiges Bild über das Medienwerk Dürrenmatts und seiner Person geben. Neben stark subjektiven Eindrücken, beispielsweise von den Schauspielern Heinz Rühmann oder Ernst Schröder, stellt das Buch z.T. unveröffentlichte Texte Dürrenmatts analytischen Aufsätzen Georg Hensels oder Dieter Bachmanns entgegen.

»play Dürrenmatt« wird durch seine Fülle von Szenenfotos, Skizzen und Faksimiles zu einem äußerst kurzweiligen Zappen durch sein Medienschaffen abgerundet. 1970-01-01 01:00

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