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The Hole

USA 2009. R: Joe Dante. B: Mark L. Smith. K: Theo van de Sande. S: Marshall Harvey. M: Javier Navarrete. P: Bold Films, BenderSpink. D: Teri Polo, Haley Bennett, Chris Massoglia, Nathan Gamble, John DeSantis, Quinn Lord, Bruce Dern, Paul Hooson u.a.
92 min. Ascot Elite ab 7.6.11

Sp: Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1), Englisch (DD 5.1). Ut: Deutsch. Bf: 1.78:1 anamorph. Ex: Making of, Interviews mit Cast & Crew, Arbeiten mit 3D am Set, Originaltrailer, Trailershow.

Verheddert

Von Carsten Happe Ähnlich wie John Landis, dessen Burke & Hare das Ende einer mehrjährigen Abwesenheit von der Kinoleinwand markierte, erhielt Genre-Regisseur und B-Movie-Experte Joe Dante mit The Hole erstmals nach sechs Jahren wieder die Gelegenheit einen 90-Minüter zu inszenieren. Die Zeiten sind härter geworden im Fantasy-Horror-Segment, Torture Porn-Produktionen wie Saw oder Hostel haben einige Grenzen verschoben, auch Low-Budget-Schocker wie Paranormal Activity konnten dem Genre neue Impulse verleihen. Dagegen wirkt The Hole vom ersten Moment an anachronistisch, beinahe ein wenig aus der Zeit gefallen. Dies galt in Teilen bereits für Dantes letzte Kinoregiearbeiten Looney Tunes: Back in Action und Small Soldiers, die gleichermaßen einen nostalgischen Ansatz verfolgten und mit Versatzstücken der Filmgeschichte und insbesondere Dantes eigener, durchaus beeindruckender Karriere spielten.

Auch in The Hole gibt es kurze Gremlins-Momente, kleine Verweise auf Piranha wie auch auf Meine teuflischen Nachbarn, sowie einen obligatorischen Gastauftritt von Dick Miller, der den wohl ältesten Pizzaboten der Geschichte zum besten gibt. Der Schauplatz ist einmal mehr die gewohnte Vorstadtsiedlung, in der das Leben scheinbar noch übersichtlich ist, hübsche Nachbarstöchter auf der Veranda relaxen und alle offenbar nur darauf warten, daß endlich mal etwas Aufregendes passiert. Bis der Teenager Dane und sein jüngerer Bruder Lucas im Keller unter allerhand Gerümpel eine mit Vorhängeschlössern gesicherte Falltür entdecken. Selbstredend siegt die Neugier, doch die geöffnete Luke offenbart lediglich ein bodenloses, schwarzes Nichts. Die perfekte Projektionsfläche für die eigenen Urängste also, doch die Bilder und Schrecken, die sich daraus manifestieren, sind leider weit, weit entfernt vom psychologischen Horror eines Mark Danielewski etwa, der in seinem meisterhaften Roman Das Haus den Terror des Ungewissen ins Unendliche verlängerte.

The Hole dagegen verheddert sich leider im Profanen und allzu Offensichtlichen. Bewährte Stereotypen des Genres wie das creepy little girl, das in den Ring-Filmen am effektivsten umherspukte, oder diverse Clown-Motive werden eher lieblos eingesetzt, wann immer die Dramaturgie durchhängt. Nicht zuletzt durch seine Protagonisten, aber auch durch die gebremste Wucht des Horrors wendet sich The Hole eindeutig an ein eher jüngeres Publikum, das ohne das Wissen um die filmischen Vorbilder durchaus den einen oder anderen wohligen Schreckmoment durchleben dürfte. Anders als Gremlins oder Joe Dantes weitere moderne Klassiker versäumt es The Hole jedoch komplett, auch für erwachsene Zuschauer oder gar Horror-Buffs zu funktionieren – dafür sind einerseits die Konflikte zu kindlich und flüchtig konstruiert und vor allem die Effekte zu läppisch und unmotiviert. Je mehr sich der Film dem Showdown entgegenstolpert, umso öfter schaltet die Inszenierung auf Autopilot und entfaltet letztlich die Gruselwirkung einer Geisterbahn im Leerlauf. 2011-07-18 09:33

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