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Headhunter: The Assessment Weekend

D 2009. R: Sebastian Panneck. B: Christoph Willumeit. K: Ian Blumers. S: Johannes Bock. M: Michael Ferwagner. P: Panix Film, Molly Aida Film. D: Manuel Cortez, Clayton Nemrow, Mareike Fell, Niels Robert Kurvin, Maverick Quek, Shannon Lower, Jesse Inman, Keith Blaser u.a.
93 Min. Epix ab 20.8.10

Sp: Deutsch, Englisch (DD 5.1). Ut: Deutsch, Englisch. Bf: 2,20:1 anamorph. Ex: 3 Audiokommentare, Entfallene Szenen, Making of, Interviews, Trailer, Bloopers, Kurzfilm Leaving Grey.

Wildwuchs

Von Nils Bothmann Es gibt junge, enthusiastische Filmemacher, die trotz eines kleinen oder gar nicht vorhandenen Budgets nicht nur Beziehungsdramen über zwei Menschen, die kettenrauchend in einem Raum sitzen und aneinander vorbeireden, in schwarz-weiß drehen wollen. Die Helden des Horrorfilms sind in dieser Beziehung Sam Raimi und Peter Jackson, die mit wenig Geld und Unterstützung von Freunden Tanz der Teufel und Bad Taste schufen und damit Grundsteine für langjährige Regiekarrieren legten. Sie inspirieren Unmengen deutscher Amateurfilmregisseure, die mit ähnlich viel Kunstblut, aber leider nur selten mit ähnlich viel Ideenreichtum zu Werke gehen.

Sebastian Panneck hat bereits den Amateurfilm Urban Scumbags vs. Countryside Zombies zu verantworten und ist seinen Wurzeln treu geblieben, was in diesem Falle aber kein Lob sein soll. Trotz etwas besserer Finanzierung wirkt Headhunter: The Assessment Weekend durch und durch hingeschludert, ist unbeholfen montiert und wartet mit einem löchrigen Drehbuch auf, dessen Wendungen nicht überraschend, sondern einfach nur konstruiert und unmotiviert daherkommen. Der Cast ist multinational, will heißen: Es wirken Unbekannte aus In- und Ausland mit, das einzige bekannte Gesicht dürfte die durchaus talentierte Mareike Fell sein, die diesen Eintrag in ihrer Filmographie aber wohl besser verschweigt. Denn auch die Schauspielerführung der »Zehn kleine Negerlein«-Geschichte über eine Horde Jobtrainees, die im Wald nach und nach abgemurkst werden, ist unzureichend, läßt die Akteure mit mangelhaften Darbietungen gewähren.

Selbst als Amateurfilm würde Headhunter sein Soll nicht erfüllen, er ist nicht witzig, baut keine Spannung auf und bessere Effekte gibt es in den Unmengen von Vorbildern zu sehen. Dabei kann der deutsche »direct-to-video«-Genrefilm funktionieren, wie es Johannes Jaeger 2005 mit seinem launigen Endzeitkampfkunstfilm Kampfansage 3 – Der letzte Schüler bewies. Der unglaublich öde Headhunter hingegen ist eine einzige Zumutung, da mag die mal wieder vorbildliche DVD aus dem Haus Epix noch so üppig ausgestattet sein. 2010-10-27 10:07

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