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Legend of the Seeker – Das Schwert der Wahrheit – Staffel 1

Legend of the Seeker - Season 1. USA 2008. R: Mark Beesley, Garth Maxwell, Jonathan Brough, Jesse Warn u.a. B: Terry Goodkind, Kenneth Biller u.a. K: Kevin Riley, Aaron Morton. S: Gary Hunt, Eric De Beus. M: Joseph LoDuca. P: ABC Studios, Buckaroo Entertainment, Ghost House Pictures. D: Craig Horner, Bridget Regan, Bruce Spence, Craig Parker, Tabrett Bethell, Kevin J. Wilson, Danielle Cormack, Ben Fransham u.a.
913 Min. Walt Disney ab 26.8.10

Sp: Deutsch, Englisch, Französisch (DD 2.0). Ut: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch u.a. Bf: 1.78:1 anamorph. Ex: Audiokommentare, Eine Legende erschaffen: Making of Legend of the Seeker, Worte der Wahrheit: Ein Gespräch mit Terry Goodkind, Zusätzliche Szenen.

Splattrig verpackte Kinder-Serie

Von Patrick Hilpisch Das selbstreflexive Augenzwinkern und die ordentliche Dosis Camp der Serien Hercules und Xena sucht man in Legend of the Seeker vergeblich. Diesmal schickt Produzent Sam Raimi seinen Helden nicht auf eine postmodern geprägte, sondern eine betont klassische Reise. Die Geschichten um den auserwählten Seeker Richard Cypher, der unterstützt durch die Konfessorin Kahlan Amnell und den Zauberer Zeddicus Zu'l Zorander den Despoten Darken Rahl vernichten soll, zeichnen sich durch einen nahezu ironiefreien und ernsthaften Grundansatz aus. Die Stationen der Campbellschen Heldenfahrt werden lehrbuchmäßig durchgespielt und Werte wie Mitgefühl, Opferbereitschaft und Pflichtbewußtsein stets hochgehalten. Pathos und Kitsch sind also zwangsläufig treue Begleiter durch die 22 Folgen der ersten Staffel.

Bei einer Fantasy-Serie, die sich um einen edlen und unbestechlichen Kämpfer für das Gute dreht, ist dies weder verwunderlich noch verwerflich. Doch gerade von einem Format, das auf ein Publikum ab 16 Jahren abzielt, hätte man durchaus mehr Mut zu moralischen Ambivalenzen und Leerstellen erwartet. Die fast schon naiv-kindliche Überdeutlichkeit, mit der die jeweilige Message einer Folge dem Zuschauer angeboten wird, wirkt vor allem angesichts der immer wieder eingesetzten Schock- und Splattereffekte, die die hohe Alterseinstufung rechtfertigen, deplaziert und aufgesetzt. Das Weltbild und die Art, wie es in Legend of the Seeker vermittelt wird, erinnern an eine Kinder-Serie, die Verpackung jedoch eher an Unterhaltung für junge Erwachsene. Ein Widerspruch, den nur einige wenige Episoden erfolgreich in den Hintergrund drängen können.

Die Stories der einzelnen Folgen variieren altbekannte Fantasy-Serien-Standards und setzen diese in das von Terry Goodkind, dem Autor der Romanvorlage »The Sword of Truth«, erschaffene Universum. Das bietet eigentlich ausreichend Figuren- und Konfliktmaterial, um diesen Standards ein neues Gesicht zu verleihen. Doch leider stellt sich in Bezug auf das Storytelling schneller als erwartet eine unnötige Formelhaftigkeit ein, die sich auch auf der inszenatorischen Ebene fortsetzt. Nach der zehnten ausufernden Kampfsequenz in Slow Motion, in der jede der Hauptfiguren ihren Signature Move vorführen darf, hat sich jeglicher Schauwert erschöpft, und man schwebt mit dem Finger über der Vorspultaste.

Die Extras der DVD-Box sind nicht extrem üppig ausgefallen, aber ausreichend. Neben einem Making of findet man ein Interview mit Terry Goodkind, zusätzliche Szenen und diverse Audiokommentare, die vor allem eines zeigen: Alle Beteiligten haben sich ganz doll lieb und finden, daß alle einen tollen Job gemacht haben. Was für Spezialeffekte, Set-Design und Kostüme auf jeden Fall zutrifft. In dieser Hinsicht zeigt sich erneut, daß Neuseeland nicht nur fantastische Filmlandschaften bietet, sondern auch Filmschaffende, die einen Vergleich mit Hollywood nicht scheuen müssen. Und wer weiß – vielleicht hätten sich mehr kreative Kiwis am Schreibtisch ebenso positiv auf das Storytelling ausgewirkt. 2010-09-24 10:26

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