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Dread

GB 2009. R,B: Anthony DiBlasi. K: Sam McCurdy. S: Celia Haining. M: Theo Green. P: Matador Pictures, Midnight Picture Show, Seraphim Films, Cinema Three et al. D: Jackson Rathbone, Shaun Evans, Hanne Steen, Jonathan Readwin, Elissa Dowling, Carl McCrystal, Laura Donnelly, Vivian Gray u.a.
90 Min. Sunfilm ab 7.5.10

Sp: Deutsch, Englisch (DD 5.1, DTS 5.1). Ut: Deutsch. Bf: 2.35:1 anamorph. Ex: Interviews, Making of, Trailer.

Beklemmende Visionen

Von Gerd Naumann Für den Regisseur Quentin Tarantino ist der britische Horrorschriftsteller Clive Barker der wohl größte »Visionär unserer Zeit«. Barker legte in den 1980er Jahren mit seinen »Büchern des Blutes« den Grundstein der modernen phantastischen Literatur und übernahm sogar selbst die Regie bei Verfilmungen seiner Geschichten. So ist sein Hellraiser ein Horrormeilenstein, der nach wie vor zum Besten zählt, was das Genre hervorgebracht hat. Auch die von ihm gedrehten Cabal und Lord of Illusions sind atmosphärisch dichte Werke.

In unregelmäßigen Abständen entstehen weitere Barker-Verfilmungen, die je nach Regisseur von unterschiedlicher Qualität sind. Vor kurzem erschien John Harringtons Adaption von Barkers klassischer Geisterhausgeschichte Book of Blood. Harringtons Film überzeugte durch einen langsamen, aber intensiven Spannungsaufbau und Interesse für die Charaktere. Eine regelrechte Offenbarung wiederum war Ryûhei Kitamuras beklemmender Großstadtalptraum The Midnight Meat Train. Unter Kitamuras Oberfläche der kühlen Hochglanzaufnahmen wabert etwas Unfaßbares. Selten hat ein Film sowohl den Geist Clive Barkers wie auch den Kern lovecraftscher Stimmungen passender eingefangen.

Mit Anthony DiBlasis Dread liegt nun die neueste Barker-Verfilmung vor, die für einige Überraschungen sorgt. Während viele der bisherigen Adaptionen ihre Atmosphäre aus den Unwägbarkeiten des Übersinnlichen ziehen, geht es in Dread um die menschliche Urangst an sich, die keiner Dämonen oder Mythen bedarf. Erzählt wird von einem studentischen Projekt, in dem Angsteingeständnisse verschiedener Interviewpartner dokumentiert werden sollen. Für den federführenden Quaid sind diese Bekenntnisse allerdings noch lange nicht ausreichend, weshalb er seine Kommilitonen Stephen und Cheryl bewußt in extreme, furchteinflößende Situationen bringt.

Mit seiner Inszenierung schafft Anthony DiBlasi den Spagat zwischen Kitamuras modernem Horror und Harringtons im besten Sinne klassischer Sichtweise. Dread ist ein Film, der unter die Haut geht. Was zunächst wie ein herkömmlicher Teen-Horrorfilm anmutet, wird zügig zu einem intensiven Psychoschocker, der seinesgleichen sucht. Wer sich beklemmenden Filmen auszusetzen vermag, der ist hier genau richtig. Die DVD von Sunfilm ist erfreulicherweise sehr gelungen. An Extras finden sich unter anderem ein interessantes Making Of und verschiedene Interviews. 2010-09-17 12:28

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