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Blood and Bone

USA 2009. R: Ben Ramsey. B: Michael Andrews. K: Roy H. Wagner. S: Dean Goodhill. M: Nicholas Pike. P: Remarkable Films, Michael Mailer Films. D: Michael Jai White, Julian Sands, Eamonn Walker, Dante Basco, Nona Gaye, Bob Sapp, Francis Capra, Ron Yuan, Gina Carano, Matt Mullins u.a.
90 Min. Universum ab 23.7.10

Sp: Deutsch, Englisch (DD 5.1). Ut: Deutsch. Bf: 1.78:1 anamorph. Ex: Audiokommentar, Making of.

Wie die Faust aufs Auge

Von Nils Bothmann Wer in den 1990ern zu den Videothekengängern gehörte, der erinnert sich noch an die Zeiten, als die VHS-Kassetten eines Toptitels gleich ein ganzes Regal von oben bis unten füllten, als bunte und reißerische Videocover den Käufer anzulocken versuchten, als in den nach Genres gefüllten Regalen bestimmte »direct to video«-Sparten blühten. Im B-Actionbereich gehörte der Turnierfilm dazu, spätestens seit dem Hit Bloodsport ein immer wieder gern benutztes Kampfsportsujet, in den Hauptrollen oft ehemalige Champions wie Gary Daniels, Billy Blanks oder Don »The Dragon« Wilson. Nur wenige dieser Filme taten sich durch überdurchschnittliches Storytelling hervor, die Highlights des Turnierfilms zeichneten sich meist durch eine große Bandbreite an Kampfstilen oder die Verpflichtung besonders talentierter Martial-Arts-Akteure aus.

Blood and Bone kann vor allem in letzterer Kategorie punkten, denn Hauptdarsteller Michael Jai White gehört zu den wenigen Kampfsportexperten, die noch die Fahne im »direct to video«-Bereich hochhalten. Zum Glück verfügt White auch noch über Ausstrahlung und Schauspieltalent, was ihn von manchen Kollegen der Schiene abhebt, nicht umsonst wird er auch in Blockbustern wie The Dark Knight für Nebenrollen verpflichtet. Das Drehbuch läßt White in der Rolle des Ex-Häftlings Bone bei illegalen Straßenkämpfen entweder auf ebenbürtige Kontrahenten oder auf eine Überzahl an Gegnern treffen, um in vielen, erfreulich übersichtlich inszenierten und gelungen choreographierten Kampfszenen, dem Genrefan zielgruppengerecht zugeschnittene Unterhaltung zu bieten. Im Gegensatz zu so manchem Hollywoodfilm findet die Action nicht im Schnitt statt, sondern es sind tatsächlich die körperlichen Leistungen der Akteure zu bewundern – vor allem der Finalkampf zwischen White und dem fünffachen Martial-Arts-Weltmeister Matt Mullins darf zu den Hinguckern des aktuellen Kampfkunstfilmes gezählt werden.

Auf der Plotebene hat sich seit den 1990ern allerdings wenig getan, damals wäre die recht stereotype Mär vom rechtschaffenen Ex-Knacki, der zum Beschützer der Witwen und Waisen wird und ebendiesen das erkämpfte Preisgeld spendet, der ideale Film für Billy Blanks gewesen. Immerhin ist das altbackene Konstrukt auch abseits der Kampfszenen stimmig inszeniert, inklusive fetziger Montage, die Bones Aufstieg zum Star der Streetfighting-Szene nachzeichnet, und so gereicht es zum sympathischen, erfreulich altmodischen B-Film für Freunde dieses Genres, denen heuer nur noch wenige Perlen wie Isaac Florentines Undisputed III angeboten werden.

Für einen Film, der vor 15 Jahren noch in die weniger beliebten Videoregale gewandert wäre, ist die DVD-Veröffentlichung erfreulich aufwendig gestaltet: Neben dem Hauptfilm in sehr guter Bild- und Tonqualität werden ein rund 15minütiges Making of und sogar ein Audiokommentar von Ben Ramsey, Michael Jai White und anderen Mitgliedern von Cast und Crew geboten. 2010-09-08 12:22

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