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Die Braut trug schwarz

La mariée était en noir. F/I 1968. R,B: François Truffaut. B: Jean-Louis Richard, Cornell Woolrich. M: Bernard Herrmann. K: Raoul Coutard. S: Claudine Bouché. P: Les Films du Carrosse, Productions Artistes Associés, Dino de Laurentiis Cinematografica. D: Jeanne Moreau, Michel Bouquet, Jean-Claude Brialy, Charles Denner, Claude Rich, Michael Lonsdale, Daniel Boulanger, Alexandra Stewart u.a.
103 Min. Pierrot Le Fou (Al!ve) ab 5.6.09

Sp: Deutsch, Französisch (DD 2.0). Ut: Deutsch. Bf: 1.66:1. Ex: US-Kinotrailer, Audiokommentar, Bildergalerie u.a.

Schwarzhumorige Verbeugung

Von Gerd Naumann Der französische Regisseur François Truffaut war ein unermüdliches Arbeitstier. Als er 1983 starb, hinterließ er eine Vielzahl von Filmen der unterschiedlichsten Genres. Als ewiger Klassiker gilt auch weiterhin sein 1961 entstandenes leichtfüßiges Drama Jules und Jim. In der Hauptrolle zu sehen war Jeanne Moreau, die ebenfalls die tragende Figur in Truffauts sieben Jahre später gedrehtem Die Braut trug schwarz darstellte. Wie so viele Vertreter der Nouvelle Vague scheute auch Truffaut nicht vor klassischen Genrethemen zurück und setzte manchen Regisseuren sogar ein filmisches Denkmal.

So ist Die Braut trug schwarz vor allem ein klassischer Kriminalstoff, der auch als Verbeugung vor Alfred Hitchcock, dem britischen Meister des Spannungskinos, zu verstehen ist. Darüber hinaus schildert der Film eine Rachegeschichte, die derart kunstvoll erzählt ist, daß sie auch heute noch zu den besten ihres Genres gehört. Am Tag der Hochzeit wird der Ehemann Julie Kohlers durch einen dummen Zufall erschossen, was die junge Ehefrau auch gleich zur Witwe macht. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch beschließt sie, das moralische Gewissen in die eigene Hand zu nehmen und macht die an diesem Unfall beteiligten Männer nach und nach ausfindig. Wen sie einmal gefunden hat, der ist ihr auch ausgeliefert…

Die Grundidee ist ebenso spannend wie schwarzhumorig. Auch das Spiel der Moreau ist ein Genuß, der vor allem dann zur wahren Freude wird, wenn sie gegen Ende des Films andeutet, doch gegen das eigene Gewissen und gegen ihre Gefühle zu handeln. Besonders macht den Film ebenso die Verpflichtung von Hitchcocks Stammkomponisten Bernard Herrmann, der klassischen musikalischen Suspense erzeugt. Die nun erschienene DVD-Ausgabe kann sich sehen lassen. Der Film liegt in einer, dem Alter entsprechenden, sehr guten Qualität vor, und auch die Extras überzeugen. Neben dem Trailer und einem Audiokommentar des Truffaut-Experten Robert Fischer, findet sich hier auch ein filmhistorisch besonderer Bonus. In einem während der Dreharbeiten entstandenen Interviewbeitrag geben sowohl Moreau als auch Truffaut tiefe Einblicke in die Produktionsgeschichte des Klassikers. 2010-03-08 10:08

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