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Middle of Nowhere

USA 2008. R: John Stockwell. B: Michelle Morgan. K: Byron Shah. S: Tom McArdle. M: Ferraby Lionheart. P: Bold Films. D: Eva Amurri, Anton Yelchin, Willa Holland, Susan Sarandon, Justin Chatwin, Karen Bramen, Brea Grant u.a.
92 Min. Alive ab 24.7.09

Im Serienfahrwasser

Von Carsten Happe Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß die innovativsten, spannendsten und vielschichtigsten Geschichten US-amerikanischer Herkunft mittlerweile kaum mehr in Kinofilmen, sondern vor allem in TV-Serien erzählt werden, die ihrerseits nur noch in den seltensten Fällen – zumindest hierzulande – in ihrer ursprünglich zugedachten Auswertung, nämlich der TV-Ausstrahlung, goutiert werden. Auf DVD finden sie ihr eigentliches Publikum, darauf hofft auch Middle of Nowhere, der weder in den USA noch in Deutschland den Weg in die Kinos fand – und seine Story derart nah an Erfolgsserien wie Weeds und O.C. California anlehnt, ohne natürlich auch nur annähernd deren Komplexität zu erreichen, daß die Frage offenbleibt, wer sich diesen unentschlossenen Film letztlich anschauen soll.

Dabei sind die Voraussetzungen gar nicht mal so übel, ein Regisseur, der sich mit Blue Crush und vor allem mit Verrückt/Schön durchaus überzeugend im Teenie-Genre verdingt hat, ein vielversprechendes Casting mit der realen Mutter-Tochter-Kombi Susan Sarandon und Eva Amurri, der eins-zu-eins aus O.C. California entliehenen kleinen Schwester Willa Holland und dem linkisch charmanten Anton Yelchin als Adam-Brody-Ersatz. Kennt man, mag man. Die Einführung der Charaktere zieht sich ein wenig hin, aber das Grundproblem ist schnell etabliert: Grace braucht Geld für ihre Collegeausbildung, Geld, das ihre Mutter leichtfertig verpraßt hat. Der Ferienjob im Spaßbad bringt nur Peanuts, der neue, aufdringliche Kollege Dorian bietet zwar ein paar Kröten für eine Stadtrundfahrt in ihrem Auto, davon lassen sich die Studiengebühren allerdings kaum bestreiten. Bis Grace herausfindet, wozu Dorian sie und ihren Wagen wirklich (miß)braucht: Als Drogenkurier fällt er in Begleitung eines hübschen Mädchens weit weniger auf. Ein Deal mit beidseitigem Nutzen ist da nur noch eine Frage der Zeit.

Diese und weitere amouröse Verwicklungen entspinnen sich mit bedächtigem Tempo – der Film spielt nicht von ungefähr in Louisiana – und auf der Basis dramaturgischer Schablonen, die die obengenannten Serien schon längst und auch souveräner durchexerziert haben. Die ambitionierten Jungschauspieler sorgen für das eine oder andere darstellerische Glanzlicht, ansonsten verliert sich der grundsympathische wie belanglose Middle of Nowhere genau dort. 2009-10-29 12:02

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