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At last the 1948 show

GB 1967. R: Ian Fordyce. P: Associated-Rediffusion Television, ITV. D: Graham Chapman, John Cleese, Marty Feldman, Tim Brooke-Taylor, Aimi MacDonald u.a.
120 Min. EuroVideo ab 25.7.07

Sp: Englisch (DD 2.0 Mono). Ut: Deutsch. Bf: 1.33:1. Ex: Booklet, Interviews.

Do not adjust your set

GB 1967-1969. R: Adrian Cooper, Daphne Shadwell. P: Associated-Rediffusion Television, Thames Television, ITV. D: Eric Idle, Michael Palin, Terry Jones, Denise Coffey, David Jason, Neil Innes u.a.
225 Min. Epix ab 14.9.07

Sp: Englisch (DD 2.0 Mono). Ut: Deutsch. Bf: 1.33:1 Vollbild. Ex: Poster, Interviews, Trailer.

Anarchie im Nachmittagsprogramm

Von Ralf Heußinger Der Sketch ist weltberühmt und war ein fester Bestandteil der Monty-Python-Liveauftritte: »Four Yorkshiremen«. Vier Männer aus Yorkshire überbieten sich gegenseitig damit, wie schlecht es ihnen früher ging. So lange, bis sich Raum und Zeit auflösen und Absurdistan Bahn bricht: »Wenn wir morgens aufstanden, war es halb elf Uhr abends, eine halbe Stunde, bevor wir zu Bett gingen. Wir aßen einen Klumpen Gift, arbeiteten 29 Stunden am Tag für neun Pennies im Leben, und unser Vater erwürgte uns am Abend und tanzte über unsere Gräber«, so schießt John Cleese den Vogel ab. »Doch erzähle das mal den jungen Leuten von heute.«

Schon zwei Jahre bevor Monty Python zusammenfanden, lief dieser Sketch im britischen Fernsehen. Das Original stammt aus der Python-Vorläufer-Sendung »At Last the 1948 Show«, die jetzt auf DVD erschienen ist. Die späteren Pythons John Cleese und Graham Chapman geben in der zwischen Februar und November 1967 erstmals ausgestrahlten Comedy-Serie bereits den Weg vor für den »Flying Circus«. Sie stellen die Logik der Welt auf den Kopf und untergraben Ordnung, Umgangsformen und Institutionen.

Der Rest der späteren Monty Python-Crew versammelte sich in der Sketch-Serie »Do Not Adjust Your Set«, die 1968 im Nachmittagsprogramm ausgestrahlt wurde. Was Michael Palin, Terry Jones, Eric Idle sowie Terry Gilliam da zusammenbrauten, war vor allem für Kinder gedacht. Bald hatte die Show jedoch auch erwachsene Fans. Auch »Do Not Adjust Your Set« – der Titel bezieht sich auf damals übliche Hinweistafeln bei Sendestörungen – ist jetzt auf DVD zu haben. Die Bildqualität ist jedoch wenig zufriedenstellend, die Sketche sind reichlich albern, so daß »At Last the 1948 Show« die interessantere Alternative bleibt.

Auch da ist Bild und Ton alles andere als perfekt. Jahrzehntelang war das Schwarzweiß-Material in Archiven versauert, ein Großteil wurde sogar vernichtet. Nicht einmal die Hälfte der insgesamt 13 ausgestrahlten Folgen hat die Zeit überdauert. Woher die fünf je 20-minütigen Teile auf der DVD stammen, läßt das sonst recht ausführliche Booklet leider im Unklaren. Epix-Media preist die Shows als »Wiederentdeckung eines verloren geglaubten Klassikers« an, als »überraschend wieder aufgefundene Episoden«. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß es sich um damals eigens für das schwedische Fernsehen zusammengestellte Sendungen handelt. Angeblich hat auch John Cleese einige Sketche vor der Zerstörung bewahrt.

Wie auch immer die fünf Episoden die vergangenen 40 Jahre überstanden haben, wichtig ist, daß es gelang. Denn die Sketche, zu denen auch Tim Brooke-Taylor und der spätere Hollywood-Komiker Marty Feldman beitrugen, sind weit mehr als erste Fingerübungen einer später weltberühmten Comedy-Truppe. Nicht nur »The Four Yorkshiremen« hat das Niveau von Monty Python, auch andere Sketche zeigen bereits anarchisches Potential und den typisch schwarzen Humor. Der Unterschied: Während Monty Python die Comedy-Welt unter anderem durch den Verzicht auf Pointen revolutionierte, sucht die Vorläufer-Sendung oft noch nach dem wohlgesetzten Schluß- und Höhepunkt des Sketches.

Etwas dürftig ist allerdings das Bonusmaterial ausgefallen. Auf beiden DVD-Paketen finden sich die gleichen Interviews. Tim Brooke-Taylor und Terry Jones erzählen darin zwar manche Anekdote, der Erkenntnisgewinn bleibt jedoch überschaubar. 2007-10-15 11:40

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