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The Work of Directors Anton Corbijn, Stephane Sednaoui, Jonathan Glazer, Mark Romanek

Mute (EMI)
Sprache: Englisch
1.33:1

Stile & Looks

Von Sascha Seiler Zweite Runde der Huldigungen für Clipregisseure, die mehr sind als nur Clipregisseure. Diesmal sind es Anton Corbijn, Stephane Sednaoui, Jonathan Glazer und Mark Romanek. Die beiden letzteren sind ja mittlerweile zu Filmregisseuren gereift, deren Werke Sexy Beast und Birth respektive One Hour Photo vor allem auf einer style-betonten Ästhetik-Ebene für Aufruhr gesorgt haben.

Corbijn wiederum betreibt das Videoclipbusiness als Zubrot zu seinen Fotoarbeiten, die zwar einst als visionär galten, sich jedoch in den letzten Jahren vor allem durch die Wiederholung des Immergleichen auszeichneten. Und es ist gerade Corbijn, der seiner Klientel stets seinen Look überstreift, wobei die klischierteste Visitenkarte wohl Depeche Modes »Personal Jesus« ist.

Hingegen ist es bei Sednaoui sehr interessant wie er mit Videos wie »Scar Tissue« der Red Hot Chilli Peppers das Gewicht auf die sogenannten »weiteren Auskopplungen« legt. Nicht die Hits namhafter Bands wurden von Sednaoui inszeniert, sondern spät ausgekoppelte Albumtracks: »Lotus« von R.E.M. oder »Big Time Sensuality« von Björk etwa.

Jonathan Glazer wiederum ist ein intellektueller Stilist, der sehr viel mit Visualisierungen von Raum und Bewegung arbeitet; zwei der großartigsten Videos der 90er Jahre gehen auf sein Konto: Radioheads Slomo-Backwards-Hymne »Street Spirit« aus dem Jahre 1995 und »Karmacoma« von Massive Attack, in dem ein Gang durch ein mysteriöses Wohnhaus dargestellt wird.

Schließlich bietet das Werk von Mark Romanek ein Potpourri an Stilen und Impressionen, die nur teilweise das asketische Weiß aus One Hour Photo vorwegnehmen. Alles in allem eine notwendige, sinnvolle Serie, die unbedingt fortgesetzt werden sollte. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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