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Die letzte Rache

BRD 1982. R,B,S: Rainer Kirberg. K: Hans-Peter Böffgen. M: Der Plan u.a. P: LERM-Film, ZDF. D: Erwin Leder, Gerhard Kittler, Volker Niederfahrenhorst, Josef Ostendorf u.a.
90 Min. Monitorpop ab 11.10.06

Sp: Deutsch (DD 2.0). Ut: Deutsch, Englisch. Bf: 1.33:1 Vollbild. Ex: Audiokommentar, Booklet.

Die Bilder geben den Ton an

Von Gerd Naumann Rainer Kirbergs Die letzte Rache wurde 1982 im Rahmen des Kleinen Fernsehspiels aufgeführt. Dieser radikale, offenkundig vom Stummfilm beeinflußte Film erlangte sehr bald einen die Grenzen Deutschlands überschreitenden Bekanntheitsgrad. Kirberg, der in den letzten Jahren verstärkt als Regisseur von Musikvideos sowie als Autor für diverse Fernsehserien tätig war, knüpfte mit diesem Film an die visuelle Tradition des Expressionismus an.

Zu Beginn der 80er Jahre war der Begriff der »Postmoderne« noch weniger verbreitet. Jedoch lassen sich zwischen der Letzten Rache Kirbergs und einem anderen, heute als postmodernen Filmer bezeichneten Regisseur durchaus Parallelen ziehen. Ebenso wie David Lynchs Eraserhead setzt der Film auf eine Irritation durch Bilder, deren sinnlich-ästhetischer Gehalt sich erst bei mehrmaliger Ansicht vollkommen zu erschließen vermag. Das Spiel mit den Zeichen und der den Bildern immanenten Verrätselung wird genüßlich vollzogen. Eine besondere Bedeutung kommt hier ebenfalls der Musik der Formation »Der Plan« zu. Durch dezente, aber wirkungsvolle Musikeinsätze bildet sie einen treffenden musikalischen Rahmen.

Freilich sind es die Bilder, die hier den Ton angeben. In gewisser Hinsicht handelt es sich bei Kirbergs Rache um ein komplettes Kino. Eines, das im Sog der Bilder aus und für sich selber lebt – auch in dem Sinne, das sich die erzählte Geschichte eindeutig der visuellen Interpretation unterzuordnen hat. Das Medium DVD eignet sich hervorragend, um sich diesem Film zu nähern und umso erfreulicher ist es, dass das Werk nun erhältlich ist.

Die durch Monitorpop herausgegebene Edition wird wohl gerade für nachgewachsene Zuschauergruppen die erste Möglichkeit sein, den Film zu sehen. Interessant ist der in englischer Sprache aufgenommene Regiekommentar. Hier erfährt man anschaulich und detailreich Wissenswertes über die künstlerischen Entscheidungsprozesse. Gleichsam informativ ist das beiliegende Booklet. 1970-01-01 01:00

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