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Blind Loves

Slepe lásky. SK 2008. R,B: Juraj Lehotsky. B: Marek Lescák. K: Juraj Chlpik. S: Frantisek Krähenbiel. P: Artileria.
77 Min.

Blindes Vertrauen

Von Nikolaj Nikitin Angeblich soll Liebe blind machen. Im beeindruckenden slowakischen Dokumentarfilm Blind Loves bekommen wir es als Zuschauer tatsächlich mit blinden Liebenden zu tun – mit Pärchen, die sich gegenseitig nicht sehen können, aber dennoch (teils) sehr harmonische Beziehungen führen. Beeindruckend ist das Vertrauen, das die Protagonisten in den Regisseur Juraj Lehotsky gehabt haben mußten, und wie nah er den sehr sorgfältig ausgesuchten Charakteren kommt. Nie voyeuristisch oder ausstellend wirkt dabei der Kamerablick, auch läuft der Film nicht Gefahr, eine »blinde« Ästhetik nachahmen zu wollen. Die vier Schicksale werden packend und sehr liebevoll durch das wohlkomponierende Kameraauge von Juraj Chlpik eingefangen. Die erste Episode ist dem blinden Musiklehrer Peter gewidmet, der über eine herausragende Imagination verfügt, die im Film verspielt mit Animationssequenzen visuell umgesetzt ist. Die Protagonistin einer der weiteren drei Episoden ist die 14jährige Zuzka, die hofft, daß ihre Internetbekanntschaft der »Richtige« ist. Blind Loves, das Kinodokumentarfilmdebüt des Regisseurs, ist ein Werk mit äußerst bewegenden und einprägsamen Bildern, denn der Blick in die Welt der Blinden zeigt vieles, was wir als Sehende gar nicht mehr wahrnehmen. 2008-12-11 11:34

Info

gesehen auf dem Filmfestival Karlovy Vary 2008

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #52.
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