Blood, Drugs & R’n’R
Von Nils Bothmann
Repomen – das sind diejenigen, die auf Ratenzahlung gekaufte Autos zurückklauen, wenn die Knete ausbleibt.
Repo! erzählt nun von einer Zukunft, in der man geklonte Organe auf Ratenzahlung kaufen kann, und bei Nichtzahlung holt ein Repoman das unbezahlte Objekt ohne Rücksicht auf Verluste zurück. Was nach einem düsteren Sci-Fi-Thriller klingt, entpuppt sich als Hardrock-Musical mit einigen derben Einlagen. Regisseur Darren Lynn Bousman, verantwortlich für die Teile II, III und IV der
Saw-Reihe, brennt hier ein Feuerwerk der abstrusen Einfälle ab, das trotz aller Andersartigkeit immer noch als Musical funktioniert: Die Songs sind eingängig wie passend, und die Darsteller können fast alle wunderbar singen wie performen, vor allem Anthony Stewart Head ist fantastisch. Da fällt auch die stimmlich weniger talentierte Paris Hilton kaum negativ auf, zumal sie in der Rolle der chirurgiesüchtigen Tochter des Konzernchefs Mut zur Selbstironie beweist. Für Freunde des feinfühligen Films dürfte
Repo! nicht zuletzt aufgrund seiner blutigen Szenen weniger geeignet sein, doch Connaisseure des kruderen Kinos können sich hier über illustre Absonderlichkeiten wie aus Leichen gewonnene Drogen und stilvolle Comic-Rückblenden in
Sin City-Manier freuen.
2008-10-30 12:02