Jesus vs. Predator
Von Nils Bothmann
Filme über die Erde heimsuchende Aliens, die gleich noch einen Jäger im Schlepptau haben, gibt es eine ganz Handvoll:
Dark Angel mit Dolph Lundgren, Jack Sholders
The Hidden oder die TV-Produktion
Zeit des Grauens. Bis jetzt ließ man die Monster allerdings fast nur in Gegenwart und Zukunft wüten, Howard McCains
Outlander schickt nun eine Moorwen betitelte Kreatur ins Wikingerzeitalter, die das Schiff von Alienjäger Kainan dort abstürzen ließ.
Mit dieser Prämisse, die nach der Mischung der John McTiernan-Filme
Der 13. Krieger und
Predator klingt, entpuppt sich
Outlander als dramaturgisch simple, aber ausgesprochen unterhaltsame Angelegenheit für Freunde des fantastischen Actionkinos. So mag die Geschichte wenig überraschen und vor allem eine Abfolge von Konfrontationen zwischen Menschen und Monster darstellen, doch trotz der für einen derartigen Film recht langen Spieldauer von rund 115 Minuten weiß die Story zu tragen.
Dies liegt vor allem daran, daß McCain sich nicht zu sehr mit unwichtigen Details aufhält: Der Held bekommt vom Bordcomputer einfach das Update für Wikingersprache, ehe er zuwerke geht, seine Strahlenwaffe verliert er beim ersten Aufeinandertreffen mit dem Biest und schildert seine Hintergrundgeschichte in einer für die Wikinger verständlichen Art, indem er sich als schiffbrüchiger Drachenjäger ausgibt. Selbst die obligatorische Passage, in welcher der Held in Gefangenschaft gerät und die Nordmänner ihm erst kein Wort glauben, wird angenehm kurz abgehandelt. Kein überflüssiges Geplänkel, stattdessen einfach geradliniges Spaßkino, das direkt zur Sache kommt.
Anteil am Gelingen trägt neben den gelungenen Actionsequenzen auch die Besetzung.
Die Passion Christi-Jesus James Caviezel gibt den Alienjäger in den Fußstapfen von Schwarzenegger und Lundgren – und das trotz weniger ausgeprägter Physis durchaus überzeugend. John Hurt und Ron Perlman als Wikingerführer geben prominente Unterstützung, wenngleich Perlmans Rolle mal wieder recht klein ausfällt. Sogar einen Ansatz von Öko-Botschaft trägt
Outlander in sich: Erst die menschliche Expansion scheuchte die Moorwens auf, als Kainan und andere Raumfahrer in ihren Lebensraum eindrangen, wodurch die Katastrophe ausgelöst werden konnte.
Doch trotz derartiger Ansätze will
Outlander vor allem Krawallkino in Reinkultur sein, bei dem auch die ganz auf der Höhe der Zeit befindlichen CGI-Effekte kaum stören – sie tragen vielmehr zum B-Charme des Films bei, der an die Zeit erinnert, als Filme nicht gedreht, sondern noch geschmiedet wurden. In den USA geht
Outlander wohl »direct to video«; mal sehen, welche Auswertung er hierzulande erfährt.
2008-09-01 13:34