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Delta

D/H 2008. R,B: Kornél Mundruczó. B: Yvette Biro. K: Matyas Erdély. S: David Jancsó. M: Félix Lajkó. P: Essential. D: Félix Lajkó, Orsolya Tóth, Lili Monori, Sándor Gáspár, Martin Wuttke u.a.

Im Fluß

Von Nikolaj Nikitin Delta ist einer jener Filme, die einem auf ewig im Gedächtnis bleiben werden, denn seine Bilder entwickeln einen derart starken Sog und eigene Dynamik, daß sie sich geradezu ins Gehirn brennen. Kornél Mundruczó und seiner Ko-Autorin und Produzentin Viktoria Petranyi ist es mit Delta nach nur zwei langen Spielfilmen und einigen Kurzfilmen gelungen, eine solch eigenständige und durchdachte Bildsprache zu entwickeln, daß sie es damit in den Wettbewerb von Cannes geschafft haben und dort mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet worden sind. Die Geschichte ist ebenso klar wie vorhersehbar, denn es geht hier mehr um das visuelle denn um das narrative Erzählen (so wird im Film kaum gesprochen), um das »Wie« und nicht so sehr um das »Was«. Der Zuschauer kann sich auf diese wunderschönen, fast schon meditativen Bildkompositionen einlassen und mitreißen lassen wie von einem wilden Fluß (ein wichtiges Motiv des Films). Diese Art des Geschichtenerzählens wird immer rarer im Kino und scheint oft Alten Meistern vorbehalten. Erbauend und auch erfrischend zu sehen, daß sich ein junger Regisseur so galant und stilsicher auf solch hohem ästhetischem Niveau bewegt. Diesem Film ist eine würdige Auswertung in den deutschen Kinos sehr zu wünschen. 2008-07-07 00:00

Info

gesehen auf den Filmfestspielen in Cannes 2008

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #51.
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