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Twelve Monkeys

USA 1995. R: Terry Gilliam. B: David Webb Peoples, Janet Peoples. K: Roger Pratt. S: Mick Audsley. M: Paul Buckmaster. D: Bruce Willis, Madeleine Stowe, Brad Pitt, Christopher Plummer u.a.
130 Min. Concorde ab 21.3.96
Von Nikolaj Nikitin Viel Kritik und Lob geht an diesen Film, weil niemand außer acht lassen kann, daß es ein Terry-Gilliam-Film ist. Sogar als »Brazil II« wird der Film teilweise verkauft und läuft in vielen Programmkinos im Double Feature.

Wie soll man den Film jedoch betrachten, wenn man vergißt, daß ihn ein gewisser T. G. inszeniert hat? Die Story ist äußerst fade und abgegriffen. Hat denn da der Drehbuchschreiber nicht mitbekommen, daß Psychoanalyse im Film total out ist? Komische, viel zu oft eingearbeitete Träume aus der Kindheit und der Blick in die Zukunft waren eine Sache der frühen Achtziger (»Ich hab da so'n Traum, Doc«). Momentan ist eher Hermeneutik im Film angesagt (siehe Seven und The Usual Suspects). Diese wird leider an den 12 Affen zu wenig betrieben. Der kleine Schlußgag wirkt eher enttäuschend und sagt somit etwas über den ganzen Film aus: keine Spannung.

Schauspielerisch liefert Bruce Willis als ein Gefangener auf Zeitreise eine hervorragende Leistung. Das aber hat dieser Ausnahmeschauspieler seinen Kritikern bereits mit Pulp Fiction bewiesen, daß er zu mehr befähigt ist als zu »McLoud«. Madeleine Stowe wird von Jahr zu Jahr schöner – und wer könnte besser das unschuldige Entführungsopfer spielen, das sehr schnell zarte Bande zu seinem Entführer knüpft. Brad Pitt besitzt jedoch einen solch hohen Nervfaktor, wie er seinesgleichen nur in der Figur des von Tim Roth gespielten Hotelpagen in Four Rooms findet.

Nur an den Fingernägeln zu kauen, heißt nicht, Mut zur Häßlichkeit beweisen und gut zu spielen. Natürlich tauchen ab und zu Szenen auf, die man als Bilderfluten mit den Arbeiten des oben genannten Regisseurs vergleichen könnte. Wenn man sich jedoch heutzutage Chungking Express anschaut, merkt man, daß diese Bilderwelten doch längst überholt sind und keinen visuellen Reiz mehr bieten. Eigentlich ist es schade um diesen Film. Gutes Potential wurde vergeudet, und am Schluß kommt man aus dem Kino heraus und fühlt sich innerlich leer. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #02.
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