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Schultze gets the blues

D 2003. R,B: Michael Schorr. K: Axel Schneppat. S: Tina Hillmann. P: filmkombinat Nordost. D: Horst Krause, Harald Warmbrunn, Karl-Fred Müller, Ursula Schucht, Hannelore Schubert u.a.
110 Min. UIP ab 22.4.04

Markstein der Zuversicht

Von Achim Wetter
Schultze, da braucht es keine großen Interpretationen, Schultze ist ein deutscher Jedermann. Bergmann ist er und fristet sein Dasein zwischen Schrebergarten und Dorfkneipe, zwischen Volksmusik und gelegentlichen Angelausflügen. Ein Jedermann im Nirgendwo, dessen Lebenskonzept durch die Frühverrentung jäh aus den Fugen gerät. Mit dem sezierenden Blick des Dokumentaristen präsentiert uns Drehbuchautor und Regisseur Michael Schorr diese Figur und entwickelt dennoch episodisch ein facettenreiches Psychogramm: Schultze in Stadien der Wehmut, der Zersetzung und des Scheiterns – und Schultze in ……


Keine Details!

Von Oliver Baumgarten
»Glück auf, der Steiger kommt! Und er hat sein helles Licht bei der Nacht schon angezündt.« Bergmann Schultze geht in Rente. Bei der Verabschiedung sitzt er da, vor sich auf dem Tisch sein Abschiedsgeschenk, eine Salzgesteinlampe, während seine Kumpel zwangsgerührt den »Steiger« anstimmen.

Schultze hat ein schlichtes Gemüt. Er redet nicht, wenn es nichts zu sagen gibt, und wenn er so dasitzt vor seiner Gerölleuchte bedarf es keines Kommentars. Er versteht; wir verstehen. Selbst sein Ausbruch nach Louisiana ist von ergreifender Geradlinigkeit, von schnörkelloser Selbstverständlichkeit. ……


Der Steiger geht

Von Daniel Albers
Michael Schorr will mit seinem Film die Realität, gleichzeitig aber auch eine »Phantasie über die Vorstellung von Wirklichkeit« zeigen. Tatsächlich herrscht über weite Strecken eine solch einsame, trostlose Stimmung, wie sie nur das Leben hervorbringen kann, wenn es für den Menschen, der es führt, keines mehr ist. Schultze, der frisch pensionierte Steiger sitzt mit seinen Kumpels auf dem platten Land in Sachsen-Anhalt und … nein, er sitzt einfach nur. In diesen bedrückenden Realismus werden jedoch ab und zu gänzlich absurde, surreale Situationen eingeflochten, die derart trocken ……

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