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Frida

USA 2002. R: Julie Taymor. B: Diane Lake, Gregory Nava, Clancy Sigal, Anna Thomas. K: Rodrigo Prieto. S: Francoise Bonnot. M: Elliot Goldenthal. P: Miramax u.a. D: Selma Hayek, Alfred Molina, Geoffrey Rush u.a.
118 Min. Buena Vista ab 6.3.03

La Llorona

Von Sascha Seiler
Wie ein Todesengel tritt kurz vor Frida Kahlos Tod Mexikos berühmteste Sängerin, die 83jährige Chavela Vargas, auf und schildert ihr als »Llorona«, einer Art lateinamerikanischen Moritatensängerin, noch einmal den Verlauf ihres schmerzerfüllten Lebens. Um die Künstlerin herum tanzen mexikanische Skelettpuppen, die üblicherweise in der Semana Santa die bösen Geister vertreiben sollen. Der erste von zahlreichen Querverweisen, denn die junge Chavela war im wahren Leben unsterblich in Frida Kahlo verliebt.

Das Leben der Frida Kahlo wird in diesem Film als ein einziger Leidensweg dargestellt ……


Das Bild im Bild

Von Jutta Klocke
Wenn Malerei zum filmischen Gegenstand gemacht werden soll, erscheint die Verwandtschaft zwischen diesen beiden Medien zunächst als Vorteil. Oft aber erliegt das Kino der Gefahr, die darzustellende Kunst lediglich abzufotographieren, ohne eine eigene Interpretation zu finden. Das erweckt einen ähnlich uninspirierten Eindruck wie im Fernsehen übertragene Theateraufführungen. Gerade filmische Künstlerbiographien müssen sich mit diesem Darstellungsproblem auseinandersetzen, um die Kamera nicht als bloße Abbildungsapparatur zu verwenden.

Julie Taymor schlägt einen originellen Weg ein, um ……


Tableau Vivant

Von Thomas Waitz
Biopics bilden nicht vornehmlich historische Ereignisse ab, sondern bringen einen Modus der Repräsentation hervor, der in erster Linie die Wertvorstellungen ihrer Urheber widerspiegelt, die sich damit selber und ihr Bild der Geschichte in die Produktionen einschreiben.

Frida ist nun aber eine Künstlerbiographie ohne Kunst und ein politischer Film ohne Politik. Zum einen wird über Motivation und Antrieb künstlerischen Schaffens kein Wort verloren. Bis auf den Diego Rivera zugeschobenen und letztlich tautologischen Hinweis, man male eben, weil man dazu das tiefe innere Bedürfnis verspüre, ……

© 2012, Schnitt Online

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