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Der Felsen

D 2001. R,B: Dominik Graf. B: Markus Busch. K: Benedict Neuenfels. S: Hana Müllner. M: Dieter Schleip. P: MTM, Kinowelt, Bavaria. D: Karoline Eichhorn, Antonio Wannek, Ralph Herforth, Peter Lohmeyer u.a.
Concorde ab 25.7.02

Topographie des Innenlebens

Von Sascha Seiler
Eine Frau, Mitte dreißig, alleingelassen von ihrem Liebhaber, der sich für seine Familie entscheidet. Katrin stürzt sich vor der ihr fremden Kulisse Korsikas in den Alkohol, dann in sexuelle Abenteuer, bis sie den 16jährigen Malte kennenlernt, der sich in einem Camp für straffällige Jugendliche aus Deutschland zur Resozialisierung aufhält.

Malte verliebt sich in Katrin, und sie läßt sich zögerlich auf die Annäherungsversuche des Jungen ein, so lange, bis es zur finalen Katastrophe kommt. Man könnte denken, dies sei der Stoff, aus dem TV-Movies gemacht sind. Doch Dominik Grafs Verfremdungstechnik ……


Laterna magica

Von Fritz Göttler
Der Felsen ist eine Initiation, glasklar, radikal, die härteste, die es gab im Kino der letzten zwanzig Jahre. Was wir mit dem, was Dominik Graf uns in diesem Film anbietet, anfangen, liegt bei uns. Ein Film an den Grenzen der erzählten, der erzählbaren Welt. Wo das Erzählen wieder/noch eine Frage der Accessoires ist, der geheimnisvollen und verstörenden Objekte, der Versatzstücke, und mit Psychologie nichts zu tun hat. Ein Kino, das sich auf die Ursprünge seiner Profession besinnt, aufs Schamanentum, auf die Magie. Korsika wirkt wie der alte Orient in diesem Film, und mittendrin verläßt ……


Zeichensprache

Von Matthias Grimm
Handlung bezeichnet einen physischen Prozeß, eine Gebärde, und als solche ein Zeichen, das in chronologischer Kontinuität einem narrativen Konzept von Handlung entspricht. Jemand agiert, etwas geschieht. Alles andere ist Metaphorik. Dieses Prinzip umzukehren, verfolgt Der Felsen: Er segmentiert Handlung in abstrakte Bedeutungsebenen, von denen jede die anderen vorwärtstreibt und den Schlüssel zu deren Verständnis hält. Zuerst: eine Narration, die sich als kausale Kette nicht über das Handeln von Personen konstituiert, sondern durch die Verknüpfung von Gegenständen, von Bezugspunkten, ……

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