Das Glücksprinzip
Von Thomas Warnecke
Am 30. August 1997 ändert sich alles: Während im Fernsehen Lady Di's Tunneltod gemeldet wird, findet die Pariser Kellnerin Amélie Poulain hinter einer Kachel im Bad eine Blechdose, in der einst ein Junge seine wertvollste Habe versteckt hatte. Sie beschließt, ihn zu suchen und findet dabei die Aufgabe ihres Lebens: andere glücklich zu machen. Dabei bevorzugt Amélie den Umweg, das Versteckspiel, den gezielten Einsatz scheinbaren Zufalls. Wie Lektionen in gehobenem Drehbuchschreiben folgt der Zuschauer ihren Einfällen, die immer sofort, manchmal beschleunigt im Zeitraffer, in die Tat umgesetzt
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Less is a Bore
Von Annette Kilzer
Wenn ganz Frankreich einer Frau zu Füßen liegt, reagiert man als Preuße natur- und quasi pflichtgemäß mit einer gesunden Portion Skepsis auf die neue Ikone unserer kleinen gallischen Freunde und selbsternannten Experten in Sachen l'amour. In diesem Fall jedoch ist es anders. Denn Amélie ist tatsächlich die bezauberndste Kinoheldin seit langem und ihre Darstellerin eine Offenbarung. Man mag kaum glauben, daß Regisseur Jean-Pierre Jeunet sie in einer Werbung für
Schöne Venus entdeckte, schließlich hat Audrey Tautou so gar nichts von einer Venus, eher erinnert sie mit ihren dunklen, unschuldigen
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Audrey im Wunderland
Von Fritz Göttler
Monsieur Jeunet, was haben Sie da gemacht
Ganz Paris ist in Verzückung, fühlt sich fabelhaft. Ein französischer Doppelschlag gewissermaßen, im Fernsehen guckt man die
Loft Story, den französischen
Big Brother, im Kino ergötzt man sich an der zauberhaften Welt von Amélie Poulain. Jahrzehnte lang sind wir einem anderen Mädchen gefolgt, dessen Name ebenfalls mit A begann, ins Reich hinter die Spiegel – das allgemeiner Einsicht nach jenes der Kinematographie vorwegzunehmen schien. Nun werden wir, in mehr schlafmütziger denn traumwandlerischer Manier, zum Sightseeing durch Paris
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