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Caché

F/A/D/I 2005. R,B: Michael Haneke. K: Christian Berger. S: Nadine Muse, Michael Hudecek. P: Wega, Bavaria u.a. D: Juliette Binoche, Daniel Auteuil, Maurice Benichou, Annie Girardot u.a.
117 Min. Prokino ab 26.1.06

Sicherheitsverlust

Von Tamar Noort
»Erinnerst du dich an Majid?«, fragt George am Krankenbett seiner Mutter. Es ist einer der wenigen Momente, in denen er sich vollkommen schutzlos preisgibt. George ist einer Erinnerung ausgeliefert, die er mit niemandem teilen kann, und hier ist ihm das zum ersten Mal anzusehen. Es ist viel mehr als eine einfache Frage, er fleht seine Mutter um Beistand an. Doch sie runzelt lediglich die Stirn. George bleibt allein.

Seine Einsamkeit kommt von innen. Denn er hat eine schöne Frau, einen zwölfjährigen Sohn, fürsorgliche Freunde und einen erfolgreichen Job beim Fernsehen als Literaturkritiker. ……


Medientransfer

Von Nikolaj Nikitin
Big Brother is watching you. Wenn die scheinbar subjektlose Perspektive der Überwachungskamera zur Kunst erhoben wird, bzw. im Ready-Made-Verfahren im Rahmen eines Kunstwerks benutzt wird, ist Haneke nicht der erste, der dies tut, aber seit langer Zeit mit Sicherheit einer der brillantesten. Jüngst setzte diese Ästhetik Christian Petzold in Wolfsburg ein (Hanekes letzter Film hieß übrigens _Wolfzeit_…), vor allem aber benutzen Videokünstler die Überwachungskameras in ihren Arbeiten – zuletzt u.a. Julia Sher.

Appropriating Aesthetics. Dabei steht das Vortäuschen von Alltagsnormalität, ……


Versteckspiel

Von Sebastian Gosmann
Thematisch sowie dramaturgisch erzählt Haneke mit Caché sicherlich seine bisher zugänglichste, am ehesten nachvollziehbare Geschichte. Um jedoch den Zuschauer nicht vollends der Kino-Illusion anheim fallen zu lassen, arbeitet er auf der formalen Ebene konsequent an der Zerstörung ebenjener. Die auf den Beobachteten gerichtete Kamera wird erst dann als störend und unangenehm empfunden, wenn dieser sich jenem nicht autorisierten Blick auf sich und sein Leben gewahr wird. Die mit der Sichtung des ersten ominösen Videobandes aufkommende Unsicherheit bei den beiden Protagonisten ist ähnlich ……

© 2012, Schnitt Online

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