Von Natalie Lettenewitsch
Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943 – so lautet der Untertitel des 1994 erschienenen, höchst erfolgreichen Buches
Aimée und Jaguar von Erica Fischer. Wenn sich eine Liebesgeschichte in Berlin 1943 zwischen zwei Frauen abspielt, und die eine davon auch noch Jüdin ist, ist sie prädestiniert für tragisches Gefühlskino – und sie ist sogar wahr. Die Journalistin Fischer hatte sie in Interviews mit der noch lebenden Lilly/»Aimée« Wust rekonstruiert; und nunmehr ist sie tatsächlich die neue Großproduktion der deutschen Filmindustrie, bis in die Nebenrollen mit prominenten Namen besetzt.
Max
……
Von Oliver Baumgarten
Max Färberböck stand einst als Dramaturg in Hamburg an der Seite Peter Zadeks, besann sich später auf seinen Abschluß an der HFF München und widmete sich fortan dem TV-Spiel. Grimme-Preis-dekoriert, erarbeitete er sich nach nur vier Fernsehfilmen einen ausgezeichneten Ruf, ehe er nun zum ersten Mal den Sprung auf die große Leinwand wagt. Sammelte er auch mit zwei hervorragenden
Bella Block-Folgen Erfahrungen auf dem Gebiet selbstbewußter Frauencharaktere, so legt er die Latte für sein Kinodebüt
Aimée und Jaguar dennoch hoch auf. Die lesbische Liebe einer Jüdin und einer linientreuen
……
Von Nikolaj Nikitin
Mit
Aimée und Jaguar entstand in Deutschland eine Filmproduktion über die dunkelste Zeit dieses Jahrhunderts, die ein individuelles Sujet ins Zentrum stellt und nicht allein die Verbrechen der Nationalsozialisten. Dabei greift sie dank dieser thematischen Verlagerung etwas vorher selten in Filmen über die NS-Zeit Reflektiertes auf: eine lesbische Liebe.
Im Falle von Max Färberböcks
Aimée und Jaguar ist es eine derart große Liebe, daß selbst die Schreckensherrschaft der Nazis sie nicht zu trennen vermochte.
Jaguar liebt Aimée, und Aimée liebt Jaguar, ohne richtig zu wissen wen
……