Gegenentwurf
Von Daniel Bickermann
Wenn einem Regisseur ein nahezu perfektes Werk gelingt, ein international preisgekröntes und allgemein verehrtes Stück Kino, steht er beim Nachfolgefilm meist vor der Wahl, entweder den so erfolgreichen Stil zu wiederholen und als Eigenplagiator beschimpft zu werden oder einen befreienden künstlerischen Bruch zu vollziehen, der ihn aber vom Großteil seines enttäuschten Publikums trennt. Wong Kar-wai, dessen letzter Film
In the Mood for Love ihn vorzeitig als souveränen Altmeister etabliert hat, entdeckt und beschreitet mit
2046 einen ebenso schamlosen wie brillanten Weg aus diesem Dilemma:
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DOP Nr.1
Von Nikolaj Nikitin
Es mag vermessen und besserwisserisch klingen, wenn Kritiker sich dazu hinreißen lassen, mit absoluten Superlativen um sich zu werfen. Aber ausnahmsweise möchte ich auf eine bestimme Person solch einen -Superlativ anwenden: Für mich produziert die Kameraarbeit von Christopher Doyle die momentan spannendsten Bilder im zeitgenössischen Kino. Mir fällt kein DOP der Gegenwart ein, der solch eine unverkennbare Handschrift besäße und einem Film derart einen – sprich seinen – Stempel aufdrückte (was bei einer schwachen oder unwissenden Regie schnell nach hinten losgehen kann). Aber in Kar-wai
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Zur Kunst verklärt
Von Dietrich Brüggemann
Play it again, Wong. Was schon bei
In the Mood for Love nicht funktioniert hat, aber erfolgreich war, wird hier wiederholt und zu ungebührlicher Breite ausgeweitet: Mann und Frau treten auf der Stelle, dazu erklingt ein an sich simples, schönes, wirkungsvolles musikalisches Motiv so oft, bis man es nicht mehr hören kann. Die Steigerung zum Vorgänger ist quantitativ: Es sind jetzt drei Frauen, die neben- und durcheinander den Film bevölkern, und es gibt verschiedene Musikstücke, die nach einem irgendwie komplexen System angeordnet sind, das aber kein Mensch kapiert.
All diese Dinge machen
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