Die große Kunst des Aufschneidens
Von Werner Busch
Der Herr zeigt sich oft auf wundersame Weise. Etwa in Form der Depression, die er auf seinen Sohn Lars von Trier losließ, um ihn über Monate in völlige Apathie zu versetzen. Aber bereits in den Jahren zuvor hatte sich eine Schaffenskrise abgezeichnet: die Absage an die Bayreuther Festspiele, die Aufgabe des
Dimension-Projektes nach 14 Jahren Dreharbeit, und dann erschienen mit
Manderlay und
The Boss of It All gleich zwei Kinofilme, die von Triers geliebte Biestigkeit spürbar vermissen ließen.
Irgendwo in die Zeit der darauffolgenden schweren Depression fiel die Niederschrift seines
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Wenn Wissenschaft faulen könnte
Von Julian Bauer
Der Mann heißt »he«, die Frau heißt »she«. Lars von Triers neuer Film
Antichrist ist ein Film der Geschlechter und der Verstümmelung von Geschlechtsteilen. Ein stark psychologisierter Film, der in Schwesternschaft mit Freud steht. Augenzwinkernd geht Lars von Trier damit um, wenn er seine Protagonisten das Gegenteil behaupten läßt. Als der Mann von einem Traum erzählt, antwortet die Frau bloß kühl: »Träume sind nicht mehr relevant in der modernen Psychologie. Freud ist tot, schon lange.«
Doch Freud ist nicht tot. Und wenn, dann stirbt er bei Trier nur vordergründig oder erst
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