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Die Legende der Wächter

Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole. USA/AUS 2010. R: Zack Snyder. B: John Orloff, John Collee. S: David Burrows. M: David Hirschfelder. P: Village Roadshow Pictures.
93 Min. Warner ab 14.10.10

Die uhunheimlichen Kriegervögel

Von Sven Ole Lorenzen Es ist die alte Geschichte zweier Brüder, von denen einer vom Vater bevorzugt wird.

Die junge Eule Soren ist ein leidenschaftlicher Träumer, ein talentierter Flieger und eine gute Seele, sein Bruder Kludd – wie der Name schon ausreichend etablieren sollte – ein eifersüchtiger Nazi im Vogelkleid.
Als die so genannten »Reinsten« das Brüderpaar für ihre Mischung aus NaPoLa und Buchenwald zwangsrekrutieren, findet letzterer dort seine wahre Berufung.

Soren hingegen gelingt die Flucht aus der faschistischen Erziehungsanstalt, und er findet Zuflucht bei den »Wächtern«, die ihn als erstes einer faschistischen Erziehung unterwerfen.

Fast unvorstellbarer als eine fünfzehnbändige Buchreihe über Eisenmasken tragende Kriegereulen mag der Versuch sein, drei solcher Bände in einen einzigen Animationsfilm zu quetschen.

Zack Snyders Legende der Wächter kann dabei auf visueller Ebene durchaus überzeugen. Eulen beim Reden, Schreiben oder Schmieden nicht völlig lächerlich aussehen zu lassen, ist keine leichte Aufgabe, die das Animationsstudio »Animal Logic« mit Bravour meistert. Snyder kann seinen prätentiösen »Viel hilft viel«-Stil in bombastischen Luftschlachten voll ausleben, zahlreiche Zeitlupen garantieren dabei, daß kein 3D-Effekt unbeachtet bleibt. Das Problem ist nur jede Sekunde, die der Zuschauer nicht von der Geschichte abgelenkt wird, die auf den ersten Blick eine hohle eklektische Mischung aus Star Wars und Narnia mit einem bizarren Setting kombiniert, aber beim zweiten Hinschauen dabei auch noch verlogen ist bis in die Federspitzen.

Oberflächlich wird gepredigt, daß Krieg eine ganz furchtbare Sache sei, um dann aber jede Kampfszene zu zelebrieren und am Ende dem unversehrten Helden seinen Orden anzuheften. Es mag sein, daß Kathryn Laskys Vorlage in dieser Hinsicht differenzierter ist, aber im Film ist der einzige Unterschied zwischen den vermeintlichen Bösewichten und den Guten, daß letztere die bessere Propaganda haben.

Die Legende der Wächter ist in Deutschland übrigens ab sechs Jahren freigegeben. 2010-10-18 15:36

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