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Wie durch ein Wunder

Charlie St. Cloud. USA 2010. R: Burr Steers. B: Lewis Colick, Craig Pearce. K: Enrique Chediak. S: Padraic McKinley. M: Rolfe Kent. P: Marc Platt Productions. D: Zac Efron, Amanda Crew, Donal Logue, Charlie Tahan, Ray Liotta, Kim Basinger, Augustus Prew, Chris Massoglia u.a.
99 Min. Universal ab 7.10.10

Bis(s) zur Geisterstunde

Von Sven Ole Lorenzen Charlie blickt nach dem Schulabschluß in eine glänzende Zukunft: Jahrgangsbester, Hochleistungssegler mit Stipendium und weltliebster Bruder. Doch ein Unfall wirft das perfekte Leben aus der Bahn. Fünf Jahre später ist die einstige große Hoffnung der Spott der Stadt, der auf dem Friedhof jobbt, und mit den Geistern kommuniziert. Sein Gegenstück ist die lebenslustige Tess, die sich anschickt, die Welt zu umsegeln. Als sich die beiden immer wieder über den Weg laufen, scheint es, daß sie Charlie aus seiner selbstgewählten Isolation hervorlocken kann. Doch bevor er die Vergangenheit loslassen kann, muß erst ein Wunder passieren.

Wundern muß sich auch der Zuschauer über die Frage, wer Zac Efron einen freakigen Außenseiter mit Hang zum Trinken abkaufen soll. Dabei hilft es dem Sonnyboy, der in Ich & Orson Welles sein wahres Talent zeigen darf, nicht gerade, daß Regisseur Burr Steers die eigentlich morbide und mysteriöse Geschichte vor einem völlig glatten Postkartenpanorama erzählt, in dem jeder Sonnenuntergang über dem Meer aus der Vogelsicht zelebriert wird. Nur Ray Liotta als krebskranker Rettungssanitäter, der Charlie mit religiösem Eifer an seine Bestimmung erinnert, und eine sparsam eingesetzte Kim Basinger als alleinerziehende Mutter dürfen ein wenig an der schönen Oberfläche kratzen. Die Spannung zwischen Hochglanzform und abgründigem Inhalt erinnert ebenso wie das Setting in British Columbia an die Popgothic-Reihe Twilight. Für dessen Publikum ist die krude Mischung aus Coming-of-Age, Trauer, Romanze, göttlicher Intervention und Geistersex in Wie durch ein Wunder wie maßgeschneidert. Seine Angewohnheit, grundsätzlich ohne T-Shirt herumzurennen, mag sich Zac Efrons Figur bei einem gewissen brustepilierten Werwolf abgeschaut haben. 2010-10-07 18:35

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