Liebe lieber ungewöhnlich
Von Oliver Baumgarten
Der Regisseur Detlev Buck (immerhin gibt es ja auch noch einen sehr interessanten Schauspieler Detlev Buck) hat in den vergangenen Jahren einen faszinierenden Wandel durchlaufen, der sich besonders in zwei Elementen zeigt: in der Art und Weise, wie er Themen anfaßt, und in der Art und Weise, wie er sie visuell umsetzt. Noch im Jahre 2000 zum Beispiel näherte er sich in
LiebesLuder dem universellen Thema der Liebe über eine unentschlossene Melange aus Provinzposse und Sozialkrimi, die sich durch ihren aufgesetzten Märchencharakter und ihre flache Inszenierung im TV-Nirgendwo der Irrelevanz verortete. Sein aktueller und übrigens von derselben Autorin geschriebener Film
Same Same But Different erzählt auch von der Liebe – mit Filmen wie
LiebesLuder oder
Liebe Deine Nächste! aber hat er zum Glück nur noch wenig gemein. Angelehnt an Benjamin Prüfers biographisches Buch »Wohin Du auch gehst«, erzählt Buck von einem jungen Deutschen, der sich in Kambodscha in eine Bardame verliebt, zu der er auch von Deutschland aus noch steht, als er von ihrer HIV-Infektion erfährt.
Es ist ein glaubwürdig erzählter Film geworden, ohne ausgestellte Emotionen und falsche Sentimentalitäten. Wie schon in
Knallhart erlaubt sich Buck eine offenere Erzählweise und einen gewissen Mut zum Unkonventionellen. Angefangen von der Konsequenz, mit der er hier ganz natürlich mit Sprache umgeht (mal vorausgesetzt, der Film kommt unsynchronisiert ins Kino), bis hin zu Bildern, die nicht vorrangig der Dekoration, sondern der Geschichte dienen: All das fördert die Lust, sich auf einen Film und seine Figuren einzulassen, der seine Zuschauer trotz moralischen Ansatzes nicht belehren möchte. Jetzt ist Buck also wirklich »back« mit einem Ansatz jener Natürlichkeit und Ungezwungenheit, die ihn einst so besonders machte.
2010-01-18 09:55