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Nanga Parbat

D 2009. R,K: Joseph Vilsmaier. B: Michael Rentsch, Reinhard Klooss, Sven Severin. K: Helmfried Kober. S: Uli Schön, Sandy Saffeels. M: Gustavo Santaolalla. P: Perathon Film- und Fernsehproduktions GmbH. D: Florian Stetter, Andreas Tobias, Karl Markovics, Steffen Schroeder, Jule Ronstedt, Volker Bruch, Lena Stolze, Sebastian Bezzel u.a.
100 Min. Senator ab 14.01.10

Männer, die auf Berge steigen

Von Daniel Albers Eine rauhe und kalte Männerwelt ist die Bergsteigerszene, zumindest noch 1970, zur Zeit der Besteigung des Nanga Parbat durch Reinhold Messner und seinen Bruder. Bezwungen werden muss hier, gesiegt und Ruhm erlangt werden. Die Motivationen und die Begrifflichkeiten haben etwas Archaisches, Kriegerisches.

Am Nanga Parbat, dem »Schicksalsberg der Deutschen«, messen sich die Brüder Reinhold und Günther Messner mit einem anderen Bergsteigerteam, aufgebrochen mit einer Expedition des ruhmsüchtigen deutschen Expeditionsleiters Karl Maria Herrligkoffer (herrlich verbissen gespielt von Karl Markovics), und bei einem halsbrecherischen Alleingang erleben die beiden Brüder Sieg und Niederlage zugleich – beim Abstieg vom Gipfel kommt Günther, der jüngere der beiden Brüder, durch eine Lawine ums Leben. So die Geschichte der damaligen Ereignisse und gleichzeitig die des neuen Films von Joseph Vilsmaier in Grundzügen. Nanga Parbat, unter beratender Mitarbeit von Reinhold Messner selbst entstanden, bemüht sich freilich, den Protagonisten nicht in einem zu positiven Licht erscheinen zu lassen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, als reines Vehikel für ein endgültiges Reinwaschen Messners in der öffentlichen Wahrnehmung bezüglich der Frage der Schuld am Tod seines Bruders konstruiert worden zu sein. So drückt sich das Drehbuch um die Beantwortung dieser Frage und überlässt dem Zuschauer die Bewertung der Geschehnisse.

Unweigerlich zu fesseln vermag die Erzählweise des Films (zumindest den Nichtbergsteiger) leider nicht durchgehend, zu langatmig und ereignisarm sind die diversen raumgreifenden Auf- und Abstiegsphasen inszeniert. Überaus beeindruckend – wie von einem Vilsmaier-Film nicht anders zu erwarten – sind allerdings die großartigen Bilder der gigantischen Bergwelt des Himalaya, die unter anderem durch atemberaubende Kamerafahrten als bedrohlich und gleichzeitig wunderschön präsentiert wird. 2010-01-12 11:09

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