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Love Happens

USA 2009. R: Brandon Camp. B: Brandon Camp, Mike Thompson. K: Eric Alan Edwards. S: Dana E. Glauberman. M: Christopher Young. P: Universal. D: Jennifer Aniston, Aaron Eckhart, Dan Fogler, Frances Conroy, Martin Sheen, Joe Anderson, John Carroll Lynch, Judy Greer u.a.
109 Min. Tobis ab 12.11.09

Vor dem Traueraltar

Von Bettina Schuler Auch wenn die Liebe dem Film ihren Titel verleiht, so kommt das Thema eigentlich nur am Rande vor. Denn eigentlich handelt Brandon Camps Kinodebüt weniger von der Beziehung zwischen dem selbsternannten Trauerexperten Burke und der bodenständigen Floristin Eloise als davon, wie es einem gelingt, über den Verlust eines nahestehenden Menschen hinwegzukommen. Der Psychotherapeut Burk, der seine Frau bei einem Autounfall verlor, hat es mit dem Schreiben eines Ratgebers versucht, in dem er anderen Menschen Tipps und Strategien mit auf den Weg gibt, die ihnen dabei helfen sollen, über den Tod eines geliebten Menschen hinwegzukommen. Das einzige Problem: Bei ihm selbst hat bisher kein einziger von seinen Tricks gewirkt. Doch überzeugt davon, daß er wenigstens anderen beim Start in ein neues Leben hilft, hält er weiter an der Fassade des glücklichen Witwers fest. Bis er auf die unglücklich verliebte Eloise trifft, die ihn aus seiner einstudierten Rolle wirft und bis in sein erkaltetes Herz vorstößt.

Love Happens ist eine krude, unentschiedene Mischung aus einem Drama um einen vereinsamten alkoholkranken Witwer und aus einer unglaubwürdigen Liebesgeschichte zwischen einem erfolgreichen Beststeller-Autor und einer bodenständigen Floristin, die trotz des Drecks, den ihr Beruf nun mal so mit sich bringt, immer so aussieht als habe sie ihre Kleidung gerade eben erst aus der Reinigung abgeholt. Doch weder das Drama, das wahnsinnig naiv konstruiert ist, da Brandon Camp scheinbar ernsthaft davon überzeugt ist, daß ein Wochenende mit einem Trauer-Ratgeber-Experten, der mit einem über heiße Kohlen läuft, über den Tod seines Kindes hinweghilft, noch die Liebesgeschichte zwischen Aniston und Eckhart, die mehr wie dicke Kumpels, denn wie Frischverliebte wirken, ist wirklich gelungen. Und so bleibt der Film nicht mehr als ein mißglückter Versuch, zwei Geschichten auf einmal zu erzählen. Weniger ist eben doch oft mehr. 2009-11-11 13:10

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