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G-Force – Agenten mit Biss

G-Force. USA 2009. R: Hoyt Yeatman. B: Cormac Wibberley, Marianne Wibberley. S: Mark Goldblatt, Jason Hellmann. M: Trevor Rabin. P: Jerry Bruckheimer Films. D: Bill Nighy, Will Arnett, Zach Galifianakis, Keli Garner, Tyler Patrick Jones, Piper Mackenzie Harris, Jack Conley, Niecy Nash u.a.
88 Min. Disney ab 15.10.09

Ursache minus Wirkung

Von Jochen Werner Eine Art actionkomödiantische Version der CGI-Mäuseklamotte Stuart Little schwebte Produzent Jerry Bruckheimer vermutlich vor, als er grünes Licht für G-Force gab – die Geschichte einer Meerschweinchen-Spezialeinheit in Diensten des FBI. Natürlich gibt es darin eine Verschwörung zur Erringung der Weltherrschaft, eine vorläufige Zerschlagung der Heldentruppe nebst allerlei Legitimationsnöten und Selbstzweifeln, sowie zum guten Ende den finalen Triumph im Geiste von Teamwork und disneyesker (Ersatz-)Familiengründung, und sehr schnell wird dabei klar, daß es diesem Film nicht unbedingt in erster Linie um seine Story geht. G-Force ist einerseits Familienkomödie, andererseits Spektakelkino, und die interessantesten Momente entstehen aus den Reibungsflächen zwischen diesen beiden sehr unterschiedlichen Formaten. Denn wo die ganze Großfamilie bis hin zu den Jüngsten cineastisch bespaßt werden soll, da muß der Action die Gewalthaltigkeit, somit der Ursache die Wirkung genommen werden.

Das löst der bisherige Effektespezialist Hoyt Yeatman in seinem Regiedebüt auf recht hübsche Art, indem er den Explosionsfetisch des Actionkinos in dem auflöst, was er im Kern ohnehin darstellt: in der Lust am Feuerwerk, an sprühenden Funken und an buntem Licht. In seinen besten Momenten ist G-Force somit ein Film, der die Jahrmarkttradition des Spektakelkinos konsequent und leichtfüßig aufgreift und fortschreibt und der sich in diesen Sequenzen auf angemessene und manchmal sacht originelle Weise auch die neue Form des dreidimensionalen Kinoerzählens zunutze macht. Leider liegt hierin aber auch seine größte Schwäche, denn letztlich fällt der Film an ebendiesem formalen Gimmick auseinander: Anstatt die vom Kino noch zu erschließende dritte Dimension konsequent einzubinden und so neue, ungesehene Bilder für die klischeehaften Standardsituationen seiner Erzählung zu finden, ist G-Force in den Füllsequenzen zwischen Feuerwerk und Achterbahn auffällig uninspiriert und konventionell ins Bild gesetzt. Somit gießt er leider Wasser auf die Mühlen jener Voreingenommenen, die das 3D-Kino nicht als aufregende Erweiterung der filmischen Ausdrucksmöglichkeiten, sondern als bloßes Marketingblendwerk ohne künstlerisches Potential betrachten. Als recht amüsante Familienkomödie mag G-Force daher manche Erwartungshaltung gar übertreffen – im Hinblick auf seine Möglichkeiten bleibt er leider nur ein halbgarer Tierversuch.
2009-10-12 16:25

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