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Männerherzen

D 2009. R,B: Simon Verhoeven. K: Jo Heim. S: Stefan Essl. M: P: Wiedemann & Berg Filmproduktion. D: Florian David Fitz, Maxim Mehmet, Til Schweiger, Nadja Uhl, Christian Ulmen, Jana Pallaske, Wotan Wilke Möhring, Liane Forestieri u.a.
107 Min. Warner ab 8.10.09

Gendertrouble

Von Jenny Feilgenhauer »Wann ist ein Mann ein Mann?«, fragte einst Herbert Grönemeyer. In Zeiten der Geschlechterverwirrung ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Schließlich sind heutzutage die Grenzen der Geschlechterrollen schon lange nicht mehr so klar abgesteckt wie noch in den 1950ern. Simon Verhoevens Film Männerherzen widmet sich der Suche nach dem ultimativen modernen Mann, indem er fünf verschiedene, stark stereotypisierte Lebensläufe vorführt. Dabei geht es stellenweise sehr lustig und unterhaltsam zu, dann wiederum wirkt der Film sehr konstruiert.

Die Besetzung ist namhaft und typgerecht ausgewählt, spielen doch Ulmen, Schweiger und Co. wieder einmal ihre Paraderollen. Die Darsteller sind durchweg gut gelaunt und haben sichtlich Spaß an der Thematik. Besonders Maxim Mehmet weiß als liebenswerter, chaotischer Studienabbrecher auf der Suche nach dem Sinn des Lebens zu begeistern. Diesen findet er schließlich als ihm seine neue Freundin Nina (Jana Pallaske) von ihrer Schwangerschaft erzählt. Til Schweiger spielt wieder einmal den charmanten aber unglücklichen Frauenhelden, der beispielsweise seiner Darstellung in Keinohrhasen extrem ähnelt. Christian Ulmen ist sein Gegenstück als verweichlichter, einsamer Beamter, der in der Tierhandlungsverkäuferin Susanne (eine bezaubernde Nadja Uhl) die große Liebe findet. Wotan Wilke Möhring glänzt als ihr emotional verkrüppelter, cholerischer Ex-Mann, der seinem Sohn Tommi auf dem Fußballplatz "Kämpfen Tommi, kämpfen!" zu brüllt.

Kämpfen? Ja! Aber wofür? Für die männlichen Ideale, die sich in einem FC Bayern-Aufkleber am Auto ausdrücken können? Gegen den Bierbauch mit Hilfe der schweißgetränkten Geräte im Fitneßcenter? Oder für die Liebe zu einer Frau, die man seit der Schulzeit kennt und mit der es langsam langweilig wird? Florian David Fitz und Liane Forestieri verkörpern das perfekt eingespielte, erfolgreiche Paar, das kurz vor der Hochzeit in einer Welle von Zweifeln unterzugehen droht.

Die Figuren werden zwar amüsant dargestellt, bleiben jedoch überwiegend an der Oberfläche und wirken daher insgesamt ziemlich konstruiert und überzeichnet. Letztlich will Verhoevens Film – so scheint es – vor allem unterhalten, was ihm auch durchaus gelingt. Wer jedoch hofft, eine Lösung für sämtliche männlichen Probleme zu finden, wie es im Presseheft so schön heißt, der wird von Männerherzen sicherlich enttäuscht sein. 2009-10-05 16:30

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