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Die nackte Wahrheit

The Ugly Truth. USA 2009. R: Robert Luketic. B: Nicole Eastman, Karen McCullah Lutz, Kirsten Smith. K: Russell Carpenter. S: Lisa Zeno Churgin. M: Aaron Zigman. P: Lakeshore Entertainment. D: Katherine Heigl, Gerard Butler, Eric Winter, John Michael Higgins, Nick Searcy, Kevin Connolly, Cheryl Hines, Bree Turner u.a.
96 Min. Sony Pictures ab 1.10.09

Gegensätze ziehen sich an

Von Kerstin Germund Die Geschichte von der unüberwindbaren Anziehungskraft zwischen Mann und Frau ist eine »Never-ending Story«. In allen Variationen wurde sie schon verfilmt, mal romantisch, witzig oder geradlinig und derbe. Die aktuelle Verfilmung Die nackte Wahrheit von Robert Luketic, ein Profi im Genre der romantischen Komödie, vereint all jene Variationen und führt die nackten Tatsachen der gängigen Vorurteile zwischen den Geschlechtern in einer provozierend ehrlichen, jedoch charmanten Art vor Augen.

Die beiden Hauptdarsteller Katherine Heigl und Gerald Butler könnten in ihren Rollen unterschiedlicher nicht sein. Die erfolgreiche TV-Produzentin einer Morgenshow, Abby Richter, glänzt zwar in ihrem Job, ist jedoch in ihrem Liebesleben aufgrund ihres Kontrollwahns und ihrer Männercheckliste eine absolute Niete. Ganz im Gegenteil zu Mike Chadway, der privat jede Frau um den Finger wickelt und mit diesen Erfolgen offenherzig in seiner Show »Die nackte Wahrheit« hausiert und damit den Frauen die Männerwelt erklärt. Es kommt, wie es kommen muß: Mike taucht unverhofft im Sender auf, um den plötzlichen Quoteneinbruch der Morgenshow wieder auf Vordermann zu bringen. Sehr zum Leid von Abby, die mit ansehen muß, wie Mike erfolgreich und in kürzester Zeit zum Publikumsliebling avanciert. Frei nach dem Motto »Was sich liebt, das neckt sich« machen sie sich das Leben gegenseitig schwer, indem sie dem jeweils anderen seine Fehler beim spritzigen Schlagabtausch vorhalten.

Regisseur Robert Luketic, der schon mit Filmen wie Natürlich blond oder Das Schwiegermonster Erfolge feierte, versteht es, die Spielchen zwischen Männlein und Weiblein in sprühende Dialoge mit einer guten Portion Wortwitz zu verpacken. Wenngleich klar ist, daß die Geschlechterrollen stereotypisiert sind, steckt in jedem Fall ein Funken Wahrheit dahinter. Mit der überspitzten Darstellung von der absurden, aber auch antreibenden Dynamik, dem anderen Geschlecht zu gefallen, gelingt es Luketic, Situationen zu schaffen, in denen der Zuschauer die unverblümte Ehrlichkeit nicht ernstnehmen muß, sondern über Einblicke ins männliche und weibliche Denken lachen kann. 2009-09-25 12:03
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