— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Short Cut to Hollywood

D 2009. R,B: Jan Henrik Stahlberg, Marcus Mittermeier. K: David Hofmann. S: Sarah Clara Weber. M: Rainer Oleak. P: Schiwago Film, Bavaria. D: Jan Henrik Stahlberg, Marcus Mittermeier, Christoph Kottenkamp, Marta McGonagle u.a.
94 Min. Senator ab 24.9.09

Arm dran

Von Sascha Ormanns Amerika: das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – wie es so schön heißt. Wenn es dort nicht klappt mit dem Berühmtwerden, wo dann bitteschön? So wohl auch der Gedanke der Protagonisten aus Short Cut to Hollywood: Pseudodokumentarisch filmt die Kamera John F. Salingers Weg(e) zum Ruhm. Er würde alles dafür geben, um ein Star zu sein. Auch mehrere Gliedmaßen, darunter seinen linken Arm. Sein Leben? Auch das.

Die Idee, dem Zuschauer den alltäglichen Fernsehwahnsinn aufzuzeigen, indem man diesen um ein Vielfaches potentiert, scheitert an der Tatsache, daß die Macher sich bemühen, so viel klüger zu sein als die, die sie kritisieren, es aber schlicht nicht sind. Mit der Reality-Show, die John F. Salingers Dahinscheiden verspricht, zu versuchen, eine satirische Medienkritik zu üben, gelingt schon deshalb nicht, weil man über das Gezeigte einfach nicht lachen kann, schießen die Witze der Muxmäuschenstill-Macher hier doch ständig übers Ziel hinaus.

Vielleicht war es das Konzept der beiden Regisseure Stahlberg und Mittermeier, ein konturenreiches Spiel der Darsteller vermissen zu lassen, leider vermögen diese es aber eben auch nicht, die vielen derben Witze zumindest angemessen zu plazieren. Worin nun der Sinn besteht, sich sozusagen in die lange Schlange von Niveaulosigkeiten, die das Fernsehen heutzutage bietet, einzureihen, wird das Geheimnis der Filmemacher bleiben. Vielleicht das einzige, was Short Cut to Hollywood gelingt, ist, mit dem Titelsong einen Ohrwurm zu kreieren. Aber das ist ja auch nichts wirklich Positives. Scheinbar waren die amerikanischen Möglichkeiten für ein Gelingen dieses Films doch zu begrenzt. 2009-09-18 11:48

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #55.

Medien

© 2012, Schnitt Online

Sitemap