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My Big Fat Greek Summer

My Life in Ruins. USA/E 2008. R: Donald M. Petrie. B: Mike Reiss. K: José Luis Alcaine. S: Patrick Don Vito. M: David Newman. P: 26 Films, Kanzaman S.A., Playtone Productions. D: Nia Vardalos, Richard Dreyfuss, Maria Adanez, Sheila Bernette, María Botto, Jareb Dauplaise, Rachel Dratch, Alexis Georgoulis u.a.
95 Min. Splendid ab 15.10.09

Auf der Suche nach dem Kefin

Von Kerstin Germund Die Wellen des tiefblauen Meeres brechen mit großer Wucht an den messerscharfen Felsen, leichter und kühlender Wind vermischt sich mit der Gischt der Fluten, während die strahlende Sonne die Haut kitzelt – so riecht Urlaub. Den Blick zum Horizont gewandt steht Georgia mitten in Griechenland an einer der schönsten Klippen des Landes.

Gespielt von der sympathischen Schauspielerin Nia Vardalos aus der erfolgreichen Produktion My Big Fat Greek Wedding, fungiert sie erneut als Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin und versucht, gemeinsam mit Regisseur Donald Petrie mit My Big Fat Greek Summer an den Überraschungserfolg anzuknüpfen, was leider nicht so ganz glückt, da man schon relativ am Anfang nach einer zu langen Einführung der Charaktere und einem zu kontinuierlichen Spannungsbogen weiß, wie die Geschichte vom häßlichen Entlein ausgehen wird. Nia Vardalos besticht zwar durch ihre herzliche Ausstrahlung und Lustigkeit in ihrer Rolle der Georgia, doch so richtig will der Funke nicht überspringen.

Georgia ist eigentlich Geschichtsprofessorin, die die Schönheit der antiken Stätte genießen möchte und sich mithilfe eines Jobs als Reiseveranstalterin ihren Aufenthalt finanziert. Im Schlepptau zieht sie ihre genervte Reisegruppe, bestehend aus angesäuselten Australiern, zänkischen Briten, Frauen auf Männerjagd und dem Senior Irv, dargestellt von Oscar-Gewinner Richard Dreyfuss, die einen hohen Teil der Komik ausmacht, von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, welche die wichtigsten Elemente der griechischen Kultur aus Olympia, Delphi oder der Akropolis mit einbezieht. Donald Petrie zeigt seinen ganz eigenen Blickwinkel auf die griechische Kultur und bedient sich vorherrschender Klischees wie die leichte Lebensart oder die geradezu stark ausgeprägte Gelassenheit im Alltag, durch die man den Eindruck gewinnt, daß die Griechen bei jedem auftretenden Problem anfangen zu tanzen, als wäre es eine Form zur Verdrängung.

Mit diesem Lebensgefühl tritt Georgia in Konflikt und schon bald verstrickt sie sich in ein dicht gespanntes Gefühlschaos aus Machtlosigkeit, Trauer und Empörung. Die scheinbar einzige Lösung ihrer deplazierten Lebenseinstellung ist das Erlangen des vielbeschworenen Kefin, die griechische Bezeichnung für Lebenslust und den Zauber des Lebens, der von den Griechen gelebt wird, als gäbe es nichts anderes.

Letztendlich bleibt der Film eine romantische Komödie, bei der die Romantik, wenn nicht gar Kitsch, dominiert und der Witz etwas auf der Strecke bleibt. Doch irgendwie gefällt die Idee von dem Hochgefühl, der Vorstellung, das Leben in sich aufzusaugen und jeden Moment bewußt wahrzunehmen, und vielleicht gehört zu dieser Lebenseinstellung auch ein gewisser Kitsch dazu, den man sonst nicht anzunehmen bereit ist. Mit Sicherheit aber auch eine ordentliche Portion Mut, die notwendig ist, um das Leben sein zu lassen wie es ist. Für diese Erkenntnis ein Hoch auf das Kefin. 2009-10-09 15:14

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