Hottehü
Von Nils Bothmann
Krieg, Hunger, Krankheit und Tod – die vier Reiter der Apokalypse aus der Bibel und Stoff für so manchen Mythos. In
Horsemen, dem neuesten Film von
Spun-Regisseur Jonas Åkerlund, handelt es sich um die Tarnidentitäten von vier Killern, die gemeinsam Rache an Menschen nehmen, die Strafe verdienen. Die Opfer müssen nicht zwingend selbst die Mordopfer sein, die Strafe kann auch anders aussehen. Dies ist grob zusammengefaßt die Geschichte des Films, doch beim Zusammenfassen hat
Horsemen leider Probleme: Während der Zuschauer das Konzept der Killer schnell verstanden hat, hat die intradiegetisch ermittelnde Polizei viel zu lang Probleme, das Puzzle zusammenzusetzen, was Åkerlunds Film Glaubwürdigkeit kostet.
Zudem fehlt es
Horsemen mit zunehmender Laufzeit an Tempo, gerade das Finale stellt eine unschöne Antiklimax dar, zumal sich der Film nur wenig Mühe gibt, seine Anleihen bei Vorbildern wie
Sieben und vor allem
Saw zu verstecken. Man merkt
Horsemen einfach durchweg an, daß es sich hierbei um ein reines Routineprodukt handelt, welches aktuellen Trends hinterherhechelt, sich in seinen Blutszenen aber immerhin nicht der Überbietungsfreude aktueller Folterfilme hingibt. Szenenweise ist
Horsemen dabei sogar wirklich gelungen umgesetzt, gerade die intensive Selbstoperation eines Reiters vor den Augen eines hilflosen Opfers geht wirklich an die Nerven des Zuschauers. Doch es bleibt bei solchen kleinen Höhepunkten, der Rest ist Routine, den Åkerlund auch optisch einfach nur an aktuelle
Saw-Gepflogenheiten anpaßt.
2009-08-21 12:31