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Selbst ist die Braut

The Proposal. USA 2009. R: Anne Fletcher. B: Pete Chiarelli. K: Oliver Stapleton. S: Priscilla Nedd-Friendly. M: Aaron Zigman. P: Kurtzman, Mandeville Films, Touchstone Pictures u.a. D: Ryan Reynolds, Sandra Bullock, Malin Akerman, Mary Steenburgen, Craig T. Nelson, Oscar Nuñez, Aasif Mandvi, Betty White u.a.
108 Min. Walt Disney ab 30.7.09

Liebeseintopf nach Hausmannsart

Von Nicole Ribbecke Selbst ist die Braut kombiniert sämtliche Zutaten, die es für eine romantische Komödie zu vereinen gilt, ganz so wie eine kinematographische Mahlzeit, in der alle wichtigen Nahrungsmittelgruppen vertreten sind. Zunächst nehme man zwei attraktive Protagonisten, die sich anfangs durch scheinbar unüberbrückbare Diskrepanzen mehr schlecht als recht aufeinander zu bewegen. Durch langsames, aber stetes Zusammenführen der beiden Hauptkomponenten werden im Verlauf der sich ereignenden Vorfällen Gemeinsamkeiten und gewinnende Charaktereigenschaften sichtbar. Nun füge man eine gehörige Portion Witz, bevorzugt in Form von Situationskomik, hinzu. Zusätzlich angerührt werden eine Prise Slapstick, durchaus überwindbare Familienkonflikte und ungefährliche Nebenbuhler, je nach Bedarf auch eine bis zur Lächerlichkeit karikierte Nebenfigur. Jedoch ist nur eine Messerspitze Erotik zu empfehlen, um die homogene Gesamtkomposition der genannten Zutaten noch recht jugendfrei und gut verdaulich abzurunden. Das Sahnehäubchen besteht aus gleichermaßen voraussagbaren wie obligatorischen Geständnissen nicht länger leugbarer Emotionen im Kreise zu Tränen gerührter Zeugen.

Fertig ist ein einwandfrei zubereitetes Gericht, das, ohne große Überraschungen der exotischen Küche aufzufahren, ein bodenständiges Erfolgsrezept altbekannter Geschmackskombinationen verfolgt. Weit entfernt von Nouvelle Cuisine wird Freunden der romantischen Komödie hier eine vor allem professionell abgeschmeckte Produktion serviert, die unter ihresgleichen für Wohlgefallen und einen sättigenden Kinobesuch sorgen wird. Sandra Bullock als die wohl meisterprobte Schauspielerin dieses Genres darf zu Beginn des Reigens als Ekel überzeugen – eine erfrischende Variante, während der ihr zur Seite gestellte Ryan Reynolds ebenfalls aus seinem Erfahrungsschatz als routinierter Komödienstar schöpfen kann. Die handverlesene Besetzung der übrigen Darsteller und die pittoresken Landschaftsaufnahmen eines Oliver Stapleton verhelfen den augenzwinkernden Umwegen, die hier letztendlich doch zur Liebe führen, zu einer ausgewogenen Zusammensetzung. 2009-07-28 11:23

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