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Dinosaurier live 3D – Fossilien zum Leben erweckt

Dinosaurs Alive. USA 2007. R,B: David Clark. R: Bayley Silleck. K: William Reeve. S: Stephen L. Johnson. P: Giant Screen Films.
40 Min. Fantasia Film ab 30.7.09

Geschichtsunterricht in 3D

Von Kerstin Germund Hört man Tyrannus Saurus Rex oder Velociraptor, denkt man als erstes an Jurassic Park. Steven Spielbergs Actionfilm ist einer der erfolgreichsten Filme, die sich mit Dinosauriern, die vor über 230 Millionen Jahren gelebt haben, befaßten. Doch dies könnte nicht der einzige Dinosaurierfilm mit Potenzial gewesen sein. 16 Jahre später erscheint auf den Kinoleinwänden ein Dokumentarfilm über die Urzeitgiganten in fantastischer 3D-Technik. Die Regisseure David Clark und Bayley Silleck zeigen darin nicht nur, wie gefährlich die Dinosaurier waren, sondern auch, wie sie gelebt haben. Der Film beschäftigt sich in erster Linie sowohl mit ihrer Lebensart als auch mit der Ursache ihres Aussterbens. Clark und Silleck lassen die Kreaturen aus der Urzeit im ganz neuen Licht erscheinen. Durch die 3D-Technik werden Haltung und Bewegung noch realistischer. Als Zuschauer hat man förmlich das Gefühl, daß man die Tiere anfassen kann, ergreifend nah kommt der Tyrannus Rex mit offenem Maul und seinen gigantischen Zähnen auf den Betrachter zugerannt. Die Tiere werden in ihrem Lebensraum wie die Wüste Gobi oder dem Grand Canyon dargestellt. Atemberaubende Bilder entstehen so ebenfalls von den schönen Landschaften.

In regelmäßigen Abständen werden die Nahaufnahmen unterbrochen von eingeschobenem Dokumentarfilmmaterial, das die Pioniere der Paläontologie ergründet. Um 1920 nämlich war es Roy Chapman Andrews, der sich mit seinem Team als einer der ersten auf den Weg zu einer Expedition machte und begleitet wurde von einem Kameramann, der seine historischen Funde filmte. Roy Chapman Andrews fand tausende von Überbleibseln der Riesen und erinnert mit seinem Instinkt und abenteuerlustigen Charme an die Figur Indiana Jones. Fast ein Jahrhundert später nahmen Mike Novacek und Mark Novell, zwei Paläontologen der Nachfolgegeneration, seine Funde als Basis und führten sein Werk fort. Aufgrund ihrer Erfahrung mit Ausgrabungen von Dinosaurierskeletten in der Wüste, bei denen verschiedene Schichten Sand abgetragen werden müssen, gewannen sie die Erkenntnis, daß ein Meteoriteneinschlag die Eisberge durch seine Hitze so drastisch zum Schmelzen brachte, daß die Urzeittiere von einer riesigen, flächendeckenden Schlammschicht begraben und so zum Teil auch sehr gut konserviert wurden.

Gerade für die Kleinen ist dieser 45minütige Dokumentarfilm, der einer Geschichtsstunde im Unterricht sehr nahekommt, gut konstruiert, weil er kinderleicht erklärt, was sich im jeweiligen Zeitalter der Jura, der Tria und der Kreidezeit abspielte und welche Tiere zu dieser Zeit gelebt haben. Ergänzend zeigen die Regisseure sehr informativ den Beruf des Paläontologen auf und was mit dieser Arbeit verbunden ist: von Ausgrabungen bis hin zur Konservierung im Labor. Für alle Dinosaurierfans ist dieses Werk ein Muß, und für alle, die mehr über die Urzeittiere erfahren wollen oder Spaß an der 3D-Technik haben, ebenfalls empfehlenswert. 2009-07-27 11:21
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