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Hannah Montana – Der Film

Hannah Montana – The Movie. USA 2009. R: Peter Chelsom. B: Daniel Berendsen. K: David Hennings. S: Virginia Katz. M: John Debney. P: It's a Laugh Productions, Millar Gough Ink, Walt Disney Pictures. D: Miley Cyrus, Billy Ray Cyrus, Vanessa Williams, Margo Martindale, Jason Earles, Emily Osment, Lucas Till, Melora Hardin u.a.
102 Min. Walt Disney ab 1.6.09

Doppelleben

Von Jenny Feilgenhauer Einigen erfolgreichen Fernsehserien ist der TV-Ruhm nicht genug, so daß sie ihr Glück auf der Kinoleinwand versuchen. So geschah es z.B. mit The Simpsons oder Miami Vice. Auch die erfolgreiche Sitcom Hannah Montana, die seit 2006 aus dem Programm des Disney Channels nicht mehr wegzudenken ist, hat sich zur Eroberung der Kinosäle entschlossen. Hannah Montana – Der Film ist jedoch kein bloßer Abklatsch der Serie, sondern verbindet die Elemente Musik, Komödie und Romantik zu einem bunten Gemisch.

Die Musik steht im Vergleich zu den beiden anderen Elementen im Vordergrund. Schließlich handelt es sich bei der Geschichte um die heranwachsende Miley Stewart, die mit Hilfe des Alter egos Hannah Montana unerkannt eine steile Musikkarriere gestartet hat, die dem Teenager nun über den Kopf zu wachsen droht. Ihr allein erziehender Vater bemerkt diese Entwicklung und beschließt, seine Tochter vor die Entscheidung zu stellen, welches Leben sie in Zukunft führen will. Um ihr dies zu erleichtern – oder zu erschweren? – verschleppt er Miley von ihrem glamourösen Leben in L.A. nach Crowly Corners in Tennessee, wo sie ihre Kindheit verbracht hat. Die Pop-, Hiphop- und Country-Songs, welche entweder von Hannah Montana oder Miley Stewart performt werden, sollen die Geschichte nicht nur illustrieren, sondern sie auch vorantreiben. In ihrer Verwirrung, wer sie eigentlich sein möchte, schreibt Miley z.B. einen gefühlvollen Song über ihre Hoffnungen und Träume, der außerdem die enge Beziehung zu ihrem Vater thematisiert. Diese Art des Erzählens ist bereits aus anderen Disney-Filmen wie beispielsweise der erfolgreichen Trilogie High School Musical bekannt.

Da die Fernsehserie eigentlich eine Sitcom ist, darf natürlich der Humor im Film nicht zu kurz kommen. Bedauerlicherweise griffen die Autoren hierbei auf eine angestaubte Version des Slapsticks zurück, die doch sehr albern daherkommt. Nach dem zehnten unbeabsichtigten Sturz, der in allen Variationen sowohl von der Hauptdarstellerin als auch von anderen Figuren vorgeführt wird, beginnt man sich zu fragen, ob den Autoren einfach keine spritzigen Dialoge eingefallen sind. Ob nun im Hühnerstall mit frischen Eiern in den Hosentaschen oder beim Dreh eines Musikvideos: Miley und den Zuschauern bleibt kein tollpatschiger Ausrutscher erspart.

Als drittes Element kommt – wie in jedem Teenie-Film – die erste Liebe hinzu. Während ihres Aufenthalts in Tennessee entdeckt Miley nicht nur ihr ehemaliges Pferd wieder, sondern verliebt sich außerdem in ihren alten Schulfreund Travis, der inzwischen ein stattlicher Cowboy geworden ist. Ihr Doppelleben als normales Mädchen und Superstar stellt Miley hierbei allerdings vor einige Probleme – letztendlich muß sie sich für ein Leben entscheiden. So zeigt dieser Teil des Films nicht nur die Schwierigkeiten der ersten Liebe, sondern erhebt außerdem den moralischen Zeigefinger. Das Motto lautet: »Vergiß niemals deine Wurzeln, denn diese machen dich zu dem, was du bist.« Die allseits bekannte Kombination aus Humor, Musik und Moral aus dem Hause Disney funktioniert offensichtlich auch nach über 20 Jahren noch.
2009-05-29 10:30

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