— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Illuminati

Angels & Demons. USA 2009. R: Ron Howard. B: Akiva Goldsman. K: Salvatore Totino. S: Mike Hill, Daniel P. Hanley. M: Hans Zimmer. P: Columbia Pictures, Image Entertainment, Sony Pictures u.a. D: Tom Hanks, Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, Ayelet Zurer, Armin Mueller-Stahl, Pierfrancesco Favino, Nikolaj Lie Kaas, Marc Fiorin u.a.
138 Min. Sony Pictures ab 14.5.09

Zwei Welten

Von Jenny Feilgenhauer Im zweiten Teil seiner gründlich recherchierten Reihe über mysteriöse Verschwörungstheorien rund um die katholische Kirche schickt Dan Brown seinen Protagonisten Robert Langdon – ein Indiana-Jones-Verschnitt ohne Hut und Peitsche, aber mit demselben trockenen Humor – auf eine gefährliche Schnitzeljagd in die ewige Stadt Rom. Ausgangspunkt ist der Tod des Papstes und das daraufhin einberufene Ritual »Konklave« zur Bestimmung eines neuen Oberhauptes. Die vier Favoriten wurden von einem brutalen Killer entführt, der behauptet, auf Geheiß der verschollen geglaubten Bruderschaft der Illuminati zu handeln. Robert Langdon soll als weltweit anerkannter Symbologe bei der Rettung der verschleppten Kardinäle behilflich sein. Hinzu kommt außerdem die Bedrohung durch eine aus dem Schweizer Wissenschaftszentrum CERN entwendete Antimaterie-Bombe. Wie in The Da Vinci Code – Sakrileg beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der durch alte Gemäuer und geheime Katakomben führt.

Ron Howard, der auch beim Vorläufer Regie führte, erschafft mit Illuminati ein temporeiches Abenteuer, in dem zwei konträre Welten aufeinandertreffen. Der sterilen, durch CERN verkörperten Welt der Wissenschaft steht die altertümliche Welt der katholischen Kirche in Gestalt des Vatikans gegenüber. Eine prägnante Bildsprache unterstreicht die Unvereinbarkeit dieser beiden Welten: Der Vatikan wird bestimmt von gedämpftem Kerzenlicht, andachtsvoller Stille, in Rot, Gold und Weiß gekleidete und würdevoll schreitende Kardinäle in geschichtsträchtigen Bauwerken. CERN hingegen zeichnet sich durch kaltes Neonlicht, endlose Gänge, blinkende Kontrollleuchten und hektische Forscher in Schutzanzügen in tief unter der Erde verborgenen Laboratorien aus. Der Konflikt zwischen der Wissenschaft, die durch die Entdeckung der Antimaterie befähigt wäre, die Schöpfungsgeschichte neu zu schreiben, und der katholischen Kirche, die seit Jahrhunderten versucht, diesen Fortschritt zu unterbinden, steht kurz vor seiner Eskalation. Durch seine imposante Inszenierung dieser Gegensätze gelingt es Ron Howard zeitweilig, von den Lücken der gekürzten Drehbuchfassung abzulenken. Dan Browns spannend erzählte Geschichte um das Mysterium der Illuminati vermag der Film dennoch nicht zu transportieren, da er die rätselhafte und verschwörerische Stimmung des Thrillers auf ein schnell geschnittenes Actionspektakel mit Verfolgungsjagden und brutalen Morden reduziert und sämtliche Handlungsstränge, die Interesse an den Hauptfiguren wecken könnten, ausläßt.
2009-05-12 16:30

Medien

© 2012, Schnitt Online

Sitemap