— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Knowing

USA 2009. R: Alex Proyas. B: Stuart Hazeldine. K: Simon Duggan. S: Richard Learoyd. M: Marco Beltrami. P: Escape Artists, Kaplan, Perrone Entertainment, Summit Entertainment. D: Nicolas Cage, Rose Byrne, Chandler Canterbury, Ben Mendelsohn, Nadia Townsend u.a.
122 Min. Concorde ab 9.4.09

Knowing Me, Knowing You

Von Eva Tüttelmann Katastrophenfilme mit Weltuntergangszenario sind ja meist was für echte Liebhaber. Am Dramaturgiegerüst ändert sich selten sonderlich viel – irgendein überdimensionaler Kieselstein oder ein fieses Monster, das mit seinen schwimmhautbesetzten Echsenmauken am liebsten durch Skylines marodiert, bedroht die Welt und das Leben aller Menschen, vor allem aber der Amerikaner. Verhindert werden muß der Weltuntergang von einem aalglatten McGyver-Verschnitt, dem man kurzerhand noch eine gepfefferte Backstorywound in sein Figurenprofil geschrieben hat, schließlich ist nur aalglatt ja auch nix – unter der Oberfläche muß es brodeln und zischen, die selbstlose Märtyrernummer soll ja auch irgendwie motiviert sein. Trotz dieses ziemlich simplen Bauklötzchen-Prinzips kann man aus einem solchen Film durchaus etwas Spannendes machen, aber gerade wegen dieser Simplizität kann man es auch richtig versemmeln.

Alex Proyas, der mit I, Robot ja zumindest irgendwo angekommen war, scheint sich gedacht zu haben, daß es schade sei, innerhalb einer Narration selektieren zu müssen, und es doch viel netter wäre, einfach alles zu verwursten, was sich nicht wehrt. Resultierend daraus klatschen sich die Stereotype gegenseitig ab, als ginge es um Leben und Ableben, und ihre Menge erfährt einen Anstieg, der exponentieller kaum sein könnte. Als man sich schon fast daran gewöhnt und sich unter den Zuschauern gewähnt hatte, die jetzt nichts mehr überraschen kann, packt Proyas die Keule aus: In einer absolut indiskutablen, an Schmäh nicht zu überbietenden, unter der Last der eigenen Farbsättigung zusammenbrechenden letzten Einstellung nimmt er der bemüht wohlwollenden Rezensentin das letzte bißchen Verständnis.

Außer dem Ärger sind leider die meisten Eindrücke von Knowing ziemlich schnell verflogen, nachdem man vom Kino wieder ans Tageslicht gespieen wurde. Ein großes »Warum?« bleibt stehen, vor allem was die beiden Hauptdarsteller betrifft: Rose Byrne hatte erst kürzlich in der amerikanischen Serienproduktion Damages an der Seite von Glenn Close ihr Können unter Beweis gestellt, und daß Nicolas Cage es besser kann, steht außer Frage. Warum es beiden hier nicht gelingt, ihren Figuren Leben und Glaubwürdigkeit einzuhauchen? Wer weiß das schon.
2009-04-02 11:45

Medien

© 2012, Schnitt Online

Sitemap