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Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht

Nick and Norah's Infinite Playlist. USA 2008. R: Peter Sollett. B: Lorene Scafaria. K: Tom Richmond. S: Myron I. Kerstein. M: Mark Mothersbaugh. P: Depth of Field, Mandate Pictures. D: Michael Cera, Kat Dennings, Alexis Dziena, Ari Graynor u.a.
90 Min. Sony Pictures ab 19.2.09

Music in the Night

Von Susan Noll In den USA hat die Möglichkeit, schon mit 16 Jahren den Führerschein zu machen und ein eigenes Auto besitzen zu können, sehr zum Zusammenfinden vieler Teenie-Pärchen beigetragen. Ist doch der Rücksitz nicht nur ein veritabler Ort für das erste Mal am stillen See, auch kutschiert die meist nicht mehr ganz intakte Karre ihre Insassen mehr oder weniger sicher zum Ort der amerikanischen Jugendkultur: dem kleinen Indie-Club in der nächstgrößeren Stadt, in dem der jugendlichen Liebe zur Musik gefrönt wird. In Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht ist New York diese große Stadt und bildet die Kulisse für eine ereignisreiche Reise: Zu einem Geheimkonzert der Band »Where is Fluffy« soll es gehen. Unabhängig voneinander starten Nick und seine schwulen Bandkompagnons, Norah mit ihrer trinkfesten Freundin Caroline und Nicks Ex-Freundin Tris inklusive neuem Anhängsel zum lang ersehnten Konzert von jedermanns Lieblingsband. Der Trip wird zu einer Odyssee, bei der sich Nick und Norah erst gegenseitig die Seele ausschütten, kurzzeitig zum jeweiligen Ex-Partner zurückkehren und sich anschließend dann doch näherkommen.

Unabhängige amerikanische Popmusik feiert nicht erst seit der geschickten Band-Promotion in O.C. California oder Gilmore Girls Erfolge, sie ist der Soundtrack einer Jugendgeneration, die dort eine Alternative zum Kaugummi-Pop einer Britney Spears gefunden hat. Die Verwendung der Musik in Juno, die Neofolk-Künstlerin Kimya Dawson einem größeren Publikum bekannt machte, oder Garden State ist dafür repräsentativ. Um Wahrhaftigkeit geht es hier ebenso wie um Selbstverwirklichung, zwei Pole, die Michael Cera als Nick und Kat Dennings als Norah auf unverbrauchte und natürliche Weise zu verkörpern wissen. Es hätte nahegelegen, einen Song von jeder erwähnten und von beiden Protagonisten so geliebten Band aufzunehmen. Umso erfrischender ist es, daß der Film sich musikalisch relativ zurückhaltend präsentiert und somit seinen Schauspielern Platz bietet, um vor dem Hintergrund dieser Nacht ihre Ängste und Hoffnungen ganz unprätentiös auszuleben. 2009-02-11 16:51

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #53.

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