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Im Schatten des Mondes

In the Shadow of the Moon. GB 2007. R: David Sington, Christopher Riley. K: Clive North. S: David Fairhead. M: Philip Sheppard. P: ThinkFilm. D: Buzz Aldrin, Neil Armstrong, Eugene Cernan, Michael Collins u.a.
109 Min. Polyband ab 29.1.09

Men on the Moon

Von Bettina Schuler Stanley Kubrick hätte es einfach nicht besser hinbekommen können. Und wenn man jetzt die Bilder der ersten Mondlandung wieder auf der großen Leinwand sieht, kann man auch verstehen, warum so manche Verschwörungstheoretiker noch immer an deren Echtheit zweifeln. Zu perfekt erscheinen die Bilder der geglückten Apollo 11-Mission, als seien sie aus einem George Meliès-Film entsprungen. Doch wenn man in die glänzenden Augen der letzten überlebenden Apollo-Astronauten sieht, wie sie mit Tränen in den Augen von dem Anblick des Mondes sprechen, kann man nicht so recht glauben, daß das alles nur ein Fake der US-Regierung ist. Auch wenn das Mockumentary Kubrick, Nixon und der Mann im Mond zeigt, wie einfach die Manipulation des Zuschauers doch funktioniert.

Regisseur David Sington widmet sich diesem Aspekt der Mondlandung jedoch nur im Abspann seines Filmes, in dem er die interviewten Apollo-Astronauten diese Verschwörungstheorien kurz kommentieren läßt. Ansonsten konzentriert er sich ganz auf die mediale Rezeption und kulturelle Bedeutung dieses historischen Ereignisses, das von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt live vor dem Fernseher verfolgt wurde. Mit einer Mischung aus unbekanntem Archivmaterial, Interviews mit den noch lebenden Apollo-Programm-Teilnehmern und den bekannten, epochalen Bilder, versucht Sington die euphorische Stimmung einzufangen, die während der ersten bemannten Mondmission herrschte und die dazu führte, daß zig kleine Kinder von nichts anderem mehr träumten, als einmal selbst zum Mond zu fliegen.

Ganz besonders spannend an Singtons Dokumentation sind neben den unbekannten Archivaufnahmen die Interviews mit den noch lebenden Apollo-Astronauten, die weniger wie ältere Pensionäre, denn wie kleine Jungs wirken, die von ihrem letzten gefährlichen Streich erzählen, und deren Plauderei und Flachserei erst am Ende der Dokumentation einem gewissen Ernst weicht, wenn sie auf die spirituelle Bedeutung dieses Ereignisses zu sprechen kommen. Einzige prominente Lücke in dieser Dokumentation ist ausgerechnet der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong, der seit der ersten Mondlandungseuphorie die Öffentlichkeit scheut und auch für diese Dokumentation nicht vor die Kamera tritt, dafür aber durch die Erzählungen seiner Kollegen und den Bildern im Film omnipräsent ist. Eine großartige, beeindruckende Dokumentation, mit unglaublichen Aufnahmen aus dem All, die einen noch immer bewegen, und der es gelingt, wenngleich man das erfolgreiche Ende der Apollo-Mission bereits kennt, daß man erneut mitfiebert. 2009-01-27 11:56

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