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Transporter 3

F 2008. R: Olivier Megaton. B: Luc Besson, Robert Mark Kamen. K: Giovanni Fiore Coltellacci. S: Carlo Rizzo. M: Alexandre Mahout. P: Europa Corp. D: Jason Statham, Robert Knepper, François Berléand, Natalja Rudakowa u.a.
104 Min. Universum ab 8.1.09

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Von Nils Bothmann 2002 bescherte The Transporter Jason Statham seinen Durchbruch als Actionstar und erwies sich gleichzeitig als weiteres Glied in einer langen Kette von Filmen, welche die asiatische Kampfkunst in den westlichen Actionfilm einbrachten. 2005 folgte das Sequel Transporter – The Mission, welches in einer fast karnevalesken Überbietungslogik seine Story vernachlässigte, dafür wesentlich aufwendigere und ausgefallenere Martial Arts Sequenzen bot und diese in wesentlich größerer Menge als der erste Teil. Allerdings wurden die schwachbrüstige Geschichte und die zahlreichen Unglaubwürdigkeiten von den Fans bemängelt, weshalb Transporter 3 nun einen Schritt zurückgehen soll. Louis Letterier, der Regisseur der Vorgänger, tat mit Der unglaubliche Hulk jüngst den letzten Schritt nach Hollywood, als Ersatz darf nur sein Landsmann Olivier Megaton auf dem Regiestuhl Platz nehmen und sich quer durch einen Warenladen an Vorbildern räubern.

An The Transporter selbst soll die Rückorientierung gen Frankreich erinnern, denn hier wird früher kriminelle Kurierfahrer Frank Martin von Gangstern zu einem weiteren Auftrag gezwungen und mittels einer Sprengladung am Handgelenk dazu verdonnert stets in der Nähe seines Wagens zu bleiben. Neben The Transporter stehen hier Wedlock, Speed und Stirb langsam – Jetzt erst recht Pate (mit dessen erstem Teil Megaton seinen Film vollkommen ungerechtfertigt vergleicht), allerdings ohne ansatzweise die Dynamik und Spannung der Vorbilder zu erreichen. Noch lustloser als sein Held fährt Transporter 3 eine Station nach der anderen an und Frank Martin hat man wenigstens dazu gezwungen – Megatons Film hingegen hat keine Entschuldigung parat.

Auch die Actionszenen fallen schwächer als die der Vorgänger aus, bieten gerade mal zwei längere Prügeleien im Transporter-Stil, in denen der erneut beteiligte Choreograph Cory Yuen immerhin noch rettet, was zu retten ist. Ansonsten gibt es ein paar nette Verfolgungsjagden zu sehen, ehe das Finale sich noch kurz als Alarmstufe: Rot 2-Abklatsch präsentiert, welcher allerdings in Windeseile unspektakulär zuendegebracht wird. Dazwischen braust Transporter 3 allerdings im Leerlauf über die Landstraße.

Um diese Zeit zu füllen stellt man dem Fahrer, der sein Auto kaum verlassen darf, also nun einen weiblichen Sidekick an die Seite. Mit Blick auf die beiden Protagonisten scheint es als habe Produzent Luc Besson kurzerhand das Duo seines 2007er Films Hitman – Jeder stirbt alleine reaktiviert, allerdings ohne das Gerüst sinnvoll an die Transporter-Serie anzupassen. Warum sich Frank Martin also von jetzt auf gleich in das hibbelige Partygirl verliebt, welches zehnmal nerviger als ihr Pendant aus Hitman – Jeder stirbt alleine ist, bleibt von daher ein einziges Rätsel. Verkörpert wird die Nervensäge von Natalya Rudakova, einer Neuentdeckung Luc Bessons, der man ihre hastige Schulung im Schauspiel unschön anmerkt. Ähnlich blaß ist Robert Knepper als Fiesling und Jeroen Krabbe, hier in einer kleinen Rolle zu sehen, hat auch schon wesentlich bessere Tage gehabt. Da hilft es dann auch nicht viel, daß Jason Statham seine Paraderolle gewohnt charismatisch verkörpert, daß Francois Berléand erneut Franks charmanten Kumpel gibt, und daß Cory Yuen immerhin versucht dem Ganzen ansatzweise neue Impulse zu geben (unter anderem eine halsbrecherische Jagd zu Fahrrad).

Insofern hat die Transporter-Reihe etwas von einer UPS-Lieferung: Nachdem man die Genrefans zweimal routiniert mit dem Gewünschten belieferte, ist das Paket im Falle von Transporter 3 nur ausgesprochen lädiert angekommen. 2009-01-07 12:00

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