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Der Mann, der niemals lebte

Body of Lies. USA 2008. R: Ridley Scott. B: William Monahan. K: Alexander Witt. S: Pietro Scalia. M: Marc Streitenfeld. P: De Line Pictures, Scott Free Productions. D: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Golshifteh Farahani, Oscar Isaac, Ali Suliman u.a.
128 Min. Warner ab 20.11.08

Männer mit Bart

Von Daniel Albers So langsam gewöhnt man sich daran, daß Titanic-Milchbubi Leonardo DiCaprio sich wohl darauf eingeschossen hat, toughe Männer mit Bart zu spielen. Und es ist ja auch nicht so, daß er nicht das schauspielerische Potential dazu hätte. Allein: Es braucht wohl noch ein paar solcher Filme wie Blood Diamond, The Departed oder eben Der Mann, der niemals lebte und vielleicht zehn Jahre, bis man ihm wirklich abnimmt, daß er einen abgebrühten CIA-Agenten oder ähnliches wirklich und im wahrsten Sinne des Wortes verkörpert.

Die Drehbücher, die er sich zur Erreichung dieses Ziels aussucht, sind wahrlich nicht von schlechten Eltern. Schon zum zweiten Mal stammt es hier aus der Feder von William Monahan, der auch schon für den fantastischen The Departed verantwortlich zeichnete. Dieses Mal schickt er DiCaprio als Geheimdienstagenten Ferris in den Nahen Osten, wo er terroristische Aktivitäten aufdecken soll. Smart und anpassungsfähig, wie er ist, beherrscht er fließend Arabisch und ist bestens mit den Sitten und Gebräuchen der Region vertraut. Er sucht sich in Hani (stark: Mark Strong), dem Chef des jordanischen Geheimdienstes, einen einflußreichen Verbündeten, um Al-Saleem – eine Art neuen Bin-Laden, der begonnen hat, ganz Europa mit blutigen Großanschlägen zu überziehen – aufzuspüren und zu stoppen. Als Inbegriff von Political Correctness (soweit man sie einem CIA-Agenten glaubwürdigerweise angedeihen lassen kann) fühlt er sich in der arabischen Kultur wohl, verliebt sich in die wunderschöne Krankenschwester Aisha und gerät in heftige Auseinandersetzungen mit seinem Chef Hoffman, als dieser sich wie der Inbegriff von amerikanischer Political Incorrectness und Holzklotzigkeit doch einmal von seinem gemütlichen Büro zu Ferris’ Einsatzort bequemt und versucht, die Probleme auf seine Art zu lösen. Irgendwann durchkreuzt eine Geheimoperation die andere, und das Gemenge der Interessenlagen und Strategien wird wie in jedem guten Spionagethriller unübersichtlich, wobei es Monahan jedoch zum Glück schafft, den Zuschauer nicht den Faden verlieren zu lassen und so die Spannung fast so hoch zu halten wie bei The Departed. Am Ende darf Leo sogar noch bis aufs Blut für seine Glaubwürdigkeit kämpfen. Das Ziel ist in erreichbarer Nähe. 2008-11-19 11:58

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