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Das Leben ist ein Spiel

Rien ne va plus. F 1997. R: Claude Chabrol. B: Aurore Chabrol. K: Eduardo Serra. S: Monique Fardoulis. M: Mathieu Chabrol. P: MK2, TF1 (France), CAB. D: Isabelle Huppert, Michel Serrault, Francois Cluzet u.a.
103 Min. Concorde-CR/T ab 8.1.98
Von Christine Ehret Mit Das Leben ist ein Spiel ist Isabelle Huppert bereits zum fünften Mal in einer undurchsichtigen Frauenrolle das Objekt Chabrols filmischer Analyse (z.B. Eine Frauensache, 1988). »Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs« waren auch in seinen letzten beiden Filmen (Die Hölle, 1994, Die Biester, 1995) die Symptome für die seelisch-moralischen Abgründe des Bürgertums. Nun fokussiert Chabrol auf eine Randerscheinung fern der gutbürgerlichen Fassaden-Welt: ein im Wohnwagen umherziehendes Gaunerpaar steht im Mittelpunkt seiner aktuellen Komödie. Einschränkend ist zu sagen, daß Chabrol wie gewohnt nicht davon abgelassen hat, sein filmisches Interesse auf das zwiespältige Verhältnis zwischen dem alten Fuchs Victor (Michel Serrault) und der stichelfreudigen, koketten Betty (Isabelle Huppert) zu fixieren. Obwohl es sich dabei eher um eine Vater-Tochter-Beziehung handelt, bleibt eine gewisse Eifersucht nicht aus, als Betty einen Typen anschleppt, der ihr nicht gleichgültig zu sein scheint. Der Geldkurier Maurice (Francois Cluzet) ist nämlich ein ebenso schlauer Ganove wie Viktor, so daß Betty sich einen Spaß daraus macht, die beiden Kampfhähne im Wettstreit um einen ominösen Geldkoffer um ihre Gunst werben zu lassen. Gefährlich wird die Sache, als der skrupellose Besitzer des Geldes sich mit Gewalt sein Eigentum zurückholt…

Leider funktioniert das zu Sehende weder als Gaunerkomödie noch als Beziehungsdrama, da das Drehbuch nicht nur mit billigen Komödienversatzstücken wie der Flucht Viktors vor der italienischen Witwe auf Männerjagd enttäuscht. Trotz (oder aufgrund?) der enormen Dialoglast bleibt das Verhältnis zwischen Viktor und Betty eindimensional und unspannend, vor allem, weil auch Serrault und Huppert stets eine gewisse Rollendistanz beibehalten. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #09.
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