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Das erste Mal

D 1996. R,B: Connie Walther. B: Anke Schenkluhn. K: Peter Nix. S: Carola Hülsebus. M: Reinhold Heil. P: dffb. D: Lavinia Wilson, Benno Fürmann, Hannes Jaenicke, Eva Hassmann u.a.
89 Min. Atlantic Film ab 17.9.98
Von Björn Marquardt Johnny Depp ist der große heimliche Schwarm der 15jährigen Feli. Ihm widmet sie ihr umfassendes Tonbandtagebuch. Als sie bei der Vorbereitung für ihre USA-Reise erfährt, daß ihr Johnny doch eher auf erfahrenere Frauen steht, beschließt sie, noch vor der Abreise ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, was sich als ziemlich schwieriges Unterfangen herausstellt. Felis Schulkameraden scheiden von vornherein wegen mangelnder Kompetenz aus. Sie beschließt, sich an die schon erfahrungsreichere Nina zu halten, eine Schulhofschlampe, die es immerhin schon fünf oder sechs Mal gemacht hat und lernt schließlich Ike kennen. Mit ihm, der eigentlich alle für diese Unternehmung erforderlichen Qualitäten aufweist, hofft sie, den für Johnny so attraktiven Zustand erreichen zu können, doch dummerweise hält er das erste Mal für etwas ziemlich besonderes. Aber da gibt es ja eine attraktive Alternative.

Nicht nur für Feli ist es das erste Mal: Regisseurin Connie Walther legte mit dieser Abschlußarbeit an der DFFB ihr einigermaßen geglücktes Spielfilmdebüt vor. Das Drama um Pubertät und Schwärmerei für unerreichbare Teenieidole hat sie einfühlend in Szene gesetzt, Kamera und Schnitt lassen sich auf moderne Sehgewohnheiten ein, ohne daß sich eine hohle Clipästhetik einstellt. Eingestreute Schwarz-Weiß-Bilder in dem ansonsten wunderbar farbigen Film unterstreichen die Unordnung in der Gefühlswelt des Teenagers. Irgendwie angeklebt an diese ansonsten recht homogene Geschichte scheint der sentimentale Epilog, der beinahe dem Ganzen den Charakter eines Teenager-Durchhalte-Films verleiht, ihm aber keinen großen Schaden zufügen kann. Vor dem wird doch auch Feli immer wieder von Johnny Depp bewahrt, wenn er für sie als Benny oder Don Juan wie Weiland Humphrey bei Woody Allen immer ein tröstendes Wort findet. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #09.
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