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Cop Land

USA 1997. R,B: James Mangold. K: Eric Edwards. S: Craig McKay. M: Howard Shore. P: Woods Entertainment. D: Sylvester Stallone, Harvey Keitel, Ray Liotta, Robert de Niro, Annabella Sciorra, Peter Berg, Robert Patrick, Michael Rapaport u.a.
105 Min. Kinowelt ab 29.1.98
Von Tom Malecha Nur eine Brücke trennt Garrison vom Asphaltdschungel New Yorks. Während auf der anderen Seite des Flusses menschliche Raubtiere Nacht für Nacht auf Beutezug gehen, herrschen in dem verschlafenen Städtchen paradiesische Zustände. Kriminalität gibt es in Garrison nicht: Die Einwohner sind fast ausschließlich Polizisten, Verbrecher halten sich von diesem beschaulichen Ort fern. Der behäbige Freddy ist der Sheriff des Nestes und führt ein eher langweiliges Leben. Unrechtmäßig abgestellte Müllsäcke und hin und wieder mal ein Raser sind die größten Aufregungen in seinem Dorfpolizistendasein. Er wäre auch gerne ein echter Cop in New York geworden, ein taubes Ohr stand dem jedoch im Wege. Doch die Idylle in Garrison ist trügerisch: Unter der blauen Uniform seiner »Bürger« verbergen sich Rassisten und Kokser, Männer, die nicht halb so anständig sind, wie sie vorgeben. Und als eines Tages der junge Murray, nachdem er zwei Unschuldige erschossen hat, verschwindet und für tot erklärt wird, beginnt der taube Freddy hellhörig zu werden…

James Mangold hat für sein zweites Werk allerlei Prominenz versammeln können. So sind in Cop Land Stars wie Sylvester Stallone, Harvey Keitel und Robert de Niro zu sehen. Hierbei überrascht vor allem Stallone, der in der Rolle des abgestumpften Dorfpolizisten zeigt, daß er auch Charakterrollen spielen kann, allerdings darf ein finales Shoot-Out, in dem die Bösen bestraft werden, natürlich nicht fehlen.

Cop Land ist eine komplexe Geschichte, die in dunklen Bildern von Männern erzählt, die glauben, daß ihre Polizeimarken sie vor Strafe schützen würden. Mangold gelingt es, die Atmosphäre von unterschwelliger Bedrohung immer weiter zu intensivieren, bis sich schließlich dem Zuschauer das ganze Ausmaß der Korruption offenbart. Auch wenn es zum Schuß noch einmal richtig pathetisch wird (eine Stimme aus dem »Off« verkündet: »Niemand steht über dem Gesetz!«), so ist Copland dennoch ein Film, der sich angenehm von dem Hollywood-Einheitsbrei abhebt. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #09.
© 2012, Schnitt Online

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